Kundgebung in Freiburg

Kundgebung gegen Gentechnik in Freiburg

Im Rahmen eines breiten Bündnisses gegen Gentechnik am 8. September in Freiburg bezog der VKL wieder klar Stellung gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Der Geschäftsführer des VKL, Wolfgang Schleicher, wies auch in seiner Funktion als Sprecher des Aktionsbündnisses Gentechnikfreie Landwirtschaft Baden Württemberg auf die Risiken der Agro-Gentechnik für Menschen und Ökosysteme hin und stellte fest, dass Agro-Gentechnik weder Vorteile für Landwirte noch für Verbraucher biete, Gentechnikfreie Landwirtschaft einen wirksamen Schutz vor unkontrollierter Ausbreitung und damit die Nulltoleranz für Saatgut brauche, Gentechnik-Firmen für die Folgen haften müssten und jeder Verbraucher sich frei für oder gegen gentechnisch veränderte Nahrungsmittel entscheiden können müsste. Mehr Informationen zu diesen Forderungen finden Sie im Positionspapier des Aktionsbündnisses.

Harte Kritik übte Schleicher an einer Demonstration vor dem Freiburger Münster, mit welcher Gentechnik-Lobbyisten im Juli beim Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, ein persönliches Gespräch angemahnt hatten. Indirekt hatte der Vorsitzende des "Forums Grüne Vernunft", Horst Rehberger, der Kirche vorgeworfen, am Hungertod von Millionen von Kindern mit schuld zu sein. weil sie sich nicht für Gentechnik in der Landwirtschaft stark mache. „Dieser Vorwurf ist perfide. Darüber hinaus dürfte mittlerweile bekannt sein, dass Gentechnik kein Mittel zur Bekämpfung des Welthungers ist“, so Wolfgang Schleicher. Armut und Hunger würden vor allem durch zerstörte landwirtschaftliche Strukturen verschärft. Stabile politische und soziale Verhältnisse, Abbau von Korruption, Bildung, Zugang zu Saatgut, Dünger und zu Märkten u.a. seien entscheidend, nicht der Einsatz von gentechnikveränderten Pflanzen, der zudem durch den Patentschutz derselben, wieder neue Abhängigkeiten schaffe, so Schleicher weiter. Nebenbei: Zollitsch befand sich zu diesem Zeitpunkt im Urlaub.

Schließlich wies Wolfgang Schleicher auch auf die Risiken des Einsatzes von „Glyphosat“ hin. Der Wirkstoff findet sich in dem Totalherbizid, das als »Roundup« (Monsanto) bekannt ist. „Der Wirkstoff, gegen den die Kulturpflanzen mit Hilfe der Gentechnik unempfindlich gemacht werden, ist längst nicht so harmlos, wie er verkauft wird.“, sagte Schleicher. Er stehe im Verdacht, viele negative Auswirkungen auf Mensch und Mitwelt zu haben: Mittlerweile wurde Glyphosat auch im Urin von Tieren und Menschen nachgewiesen und mit der Entstehung der rätselhaften Krankheit chronischer Botulismus in Verbindung gebracht.

Die Risiken der Agro-Gentechnik sind für Menschen und Ökosysteme nicht beherrschbar. Darüber waren sich auch die stellvertretende Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion Kerstin Andreae als Initiatorin der gesamten Veranstaltung sowie die Veranstalter der Kundgebung gegen Gentechnik einig. Auch der Minister für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde und die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Elvira Dobrinski-Weiß sprachen sich gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft aus.

Zahlreiche Lebensmittelproduzenten und Händler aus der Region warben mit einem gentechnikfreien Brunch bei der Bevölkerung für die Vielfalt an natürlichen und regionalen Produkten. Die Freiburger Kundgebung fand im Rahmen des good food march statt, ein europaweiter Sternmarsch auf Brüssel für eine faire und nachhaltige Lebensmittel- und Landwirtschaftspolitik.