Eine Welt

Argentinien: Wirtschaften in Gemeinschaft

Das zweite Projekt im Norden Argentiniens, welches der VKL seit 2009 unterstützt, soll dazu beitragen, die Lebenssituation von mindestens 950 an der Armutsgrenze lebenden Kleinbauern- und Handwerkerfamilien zu verbessern. Es handelt sich um eine Region in der Provinz Entre Rios, wo viele Menschen sehr arm sind und mit weniger als 1 Dollar am Tag zurechtkommen müssen.

Vor Ort geht es darum, ein funktionierendes solidarisches Erzeugungs- und Vermarktungsnetz aufzubauen, das den Prinzipien eines "Wirtschaften in Gemeinschaft" folgt. Konkret geht es um eine faire Verständigung der Kleinproduzenten, Händler, Konsumenten und verschiedene andere Akteure untereinander. Ziel ist ein mindestens 50% höheres Einkommen für die Menschen dort und eine größere Angebotsvielfalt an lokal erzeugten Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen zu fairen Preisen.

Das besondere an diesem Projekt - und deshalb passt es auch so gut zum Landvolk – ist, dass hier ein wirkungsvolles Netzwerk mit einem gemeinschaftlichen, fürsorglichen und sozialen Charakter („Solidarisches Wirtschaften in Gemeinschaft“) entstehen soll. Zentrale Werte, die hier ein Rolle spielen, sind offene Gesprächsrunden (runden Tische) für alle, ein gutes Verhältnis unter den beteiligten Dörfern und Städten, eine gerechte Verteilung des Profits und einfache, aber verbindliche Regeln. Ins Blickfeld kommen auch die Würde der Frauen und die Bedürfnisse der Jugendlichen, damit sie nicht abzuwandern. So soll das Projekt auch als ein Vehikel für weitere Tätigkeiten, die ein kreatives, friedliches Miteinander dienen. Um das zu erreichen, werden vor allem soziale und organisationstechnische Kompetenzen vermittelt.

Ein wichtiges Kennzeichen der Projektarbeit ist auch die persönliche Verbundenheit mit den Menschen dort. Durch Besuche und persönliche Kontakte werden die Menschen in den Projekten stärker motiviert, hilfsbereiter und sind übernehmen eher Verantwortung. Nicht nur der Leiter des Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienstes, Lothar Kleipaß, pflegt diese wichtigen persönlichen Kontakte bei seinen Projektbesuchen, sondern auch die Verantwortlichen des VKL. So wird die nächste Projektreise des Vorstandes des VKL im Dezember 2012 stattfinden. Ab Januar besteht dann auch die Möglichkeiten, dass in den Ortsgruppen darüber berichtet wird.