VKL Delegierte verabschieden Positionspapier

„Wir sind Europa“

Delegiertenversammlung des Verbandes Katholisches Landvolk (VKL) in Böhmenkirch-Schnittlingen stärkte das Europabewusstsein – Delegierte verabschieden Pro-Europa-Positionspapier

Über 60 Delegierte waren am vergangenen Sonntag, dem 31. März aus der gesamten Diözese Rottenburg-Stuttgart nach Böhmenkirch Schnittlingen im Kreis Heidenheim zur Delegiertenversammlung des VKL gekommen. Im Zentrum stand das Kampagnenthema des Bundesverbandes „ICH BIN EUROPA – UND DU AUCH“. Im Ergebnis verabschiedeten die Delegierten ein Positionspapier, in dem Sie deutlich für Europa als Garant von Frieden, Wohlstand, sozialer Sicherheit und Begegnung aussprechen und zur Wahl am 26. Mai aufrufen. Das Positionspapier finden Sie unter www.landvolk.de.  

Da der Vorsitzende des VKL, Johannes Sauter, aus familiären Gründen nicht an der Veranstaltung teilnahm, verlas Landvolkpräses Paul Notz dessen Begrüßung. Mit Blick auf das Evangelium vom verlorenen Sohn, sagte er: „Sind wir nicht auch in Gefahr, Europa mit den Augen des daheimgebliebenen Sohnes zu betrachten? Wo haben andere Länder einen Vorteil, den wir ihm nicht gönnen, weil er scheinbar unverdient ist? Oder: Können wir uns mit den Griechen freuen, dass sie einigermaßen aus der Finanzkrise herausgekommen sind?“ 

Die anschließenden Statements von Mitgliedern des VKL beleuchteten einzelne Aspekte Europas, wie Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik, Flüchtlingspolitik. Elisabeth van der Linde aus Heidenheim rief dazu auf, sich an der Gestaltung der europäischen Politik zu beteiligen. Das sei möglich durch eine Beteiligung an den Konsultationen der EU Kommission über das Internet, oder noch einfacher durch eine Beteiligung an der Europawahl. Simon Schleicher aus Aalen erläuterte, wie die Waren-, Personen-, Dienstleistungsfreiheit sowie die einheitliche Währung das Wirtschaften von Unternehmen direkt beeinflussten und erleichterten. Heidi Gold, die sich im lokalen Arbeitskreis Asyl engagiert, berichtete von acht Familien aus unterschiedlichen Ländern u.a. auch jesidische Familien aus dem Irak, die in Böhmenkirch leben. Auf ihre Frage hin, was Europa für die jesidischen Familien bedeutet, bekam sie von den Geflüchteten folgende Antworten: „Es bedeutet für mich ein neues Leben.“ „Es gibt keine Unterschiede der Religionen.“ „Europa ist Demokratie.“ „Es ist schön, dass wir als Mädchen hier in die Schule gehen können und auch arbeiten können.“

Bereits im Gottesdienst zur Eröffnung hatte Landvolkpräses, Paul Notz, in das Thema eingeführt. Er erläuterte die zwölf Sterne Europas, die auf eine Marienerscheinung mit zwölf Sternen um das Haupt der Gottesmutter zurückgehen. Dies sei Ausdruck des christlichen Menschenbildes, welches auch bei der Gründung Europas zu den wichtigsten Grundsätzen gezählt habe, erläuterte Paul Notz. Das örtliche Musikorchester verschaffte dem Auftaktgottesdienst einen sehr feierlichen Rahmen. 

In seinem Grußwort erläuterte Ortsvorsteher Johannes Kaiser einiges über den Ort Schnittlingen und brachte den Teilnehmenden das Umfeld der Versammlung näher. Bürgermeister Matthias Nägele richtete dann den Blick auf Europa als Friedensgarant. Hermann Färber als Mitglied des Bundestages erläuterte, wie schwierig es oftmals sei mit Entscheidungen, beispielsweise über Auslandseinsätze der Bundeswehr oder über das Verbot von Waffenlieferungen, der Verantwortung für das Wohl der Menschen gerecht werden zu können. Man müsse das sehr sorgfältig abwägen, denn nicht immer seien die Auswirkungen eindeutig gut oder schlecht, erläuterte er. Die Landfrauenvorsitzende Barbara Kräutle, stellte fest, dass Europa auch Frauensache sei und forderte dazu auf, sich an der Europawahl im Mai zu beteiligen. 

Nach dem Mittagessen hatten alle Delegierten die Möglichkeit, ins Demokratiemobil einzusteigen. Das Demokratiemobil ist eine Initiative der Diözese Rottenburg-Stuttgart zusammen mit zahlreichen Partnern. Es geht darum mit dem Fahrzeug auf öffentlichen Plätzen und auch bei Veranstaltungen Thema Demokratie zu informieren und Bewusstsein zu schaffen, für dessen Wert und Erhalt. Dabei geht es insbesondere um die Fragen, was eine Demokratie ausmacht und welche Beteiligungsmöglichkeiten es gibt.

Am Nachmittag erläuterte der Geschäftsführer des VKL, Wolfgang Schleicher, die Aktivitäten des VKL im vergangenen Jahr. Die Versammlung genehmigte den Wirtschaftsprüfungsbericht und entlastete den Vorstand. 

Gegen 16:00 Uhr wurde die Versammlung beendet. Dank der vielen Unterstützer aus Schnittlingen wird die Veranstaltung allen Teilnehmenden in positiver Erinnerung bleiben. Nicht nur leiblich, sondern gestärkt in dem Bewusstsein „WIR SIND EUROPA“ fuhren die Delegierten zurück, um auch in den Ortsgruppen für ein starkes Europa zu werben.  

Das Positionspapier finden Sie hier