Parmesanlager in Italien

Das Projekt wurde aus Mitteln der EU unterstützt.

Building rural identity

Lernpartnerschaften

Das Projekt ermöglichte es Organisationen aus unterschiedlichen Ländern, Ideen, Erfahrungen und Informationen über die Steuerung regionaler Entwicklung auszutauschen. Insbesondere MitarbeiterInnen und Lernende der Partnerorganisationen konnten von den unterschiedlichen Erfahrungen lernen und dadurch Bewusstsein für die Wichtigkeit ländlicher Identität in den Entwicklungsprozessen ländlicher Räume bilden.

Vier Organisationen aus Deutschland, Italien und Österreich waren am Projekt beteiligt. Folgende Hauptaktivitäten wurden durchgeführt: Verständnis für die gegenwärtige Situation im Management ländlicher Räume herzustellen; jede Organisation organisierte ein Partnertreffen in das auch lokale/regionale Stakeholder eingebunden waren um konkrete Konzepte der wichtigsten Werte als auch der stärksten Einschränkungen der Steuerungsmöglichkeiten für regionale Entwicklung zu diskutieren. Während dieser Treffen konnten neue Strategien diskutiert warden. Die Hauptergebnisse waren Analysen der Partnerregion sowie ein Analysetool, das auch andere Regionen anwenden können und das den Partnerorganisationen in ihrer weiteren Arbeit dienlich sein kann.

Das Projekt ermöglichte es Organisationen aus unterschiedlichen Ländern, Ideen, Erfahrungen und Informationen über die Steuerung regionaler Entwicklung auszutauschen. Insbesondere MitarbeiterInnen und Lernende der Partnerorganisationen konnten von den unterschiedlichen Erfahrungen lernen und dadurch Bewusstsein für die Wichtigkeit ländlicher Identität in den Entwicklungsprozessen ländlicher Räume bilden.

Die vier Treffen haben gezeigt, dass die Mischung von Exkursionen, Vorträgen und Diskussionen einen guten Lernerfolg haben. Darüber hinaus hatten die TeilnehmerInnen Zeit sich gut kennen zu lernen, was die Kommunikation erleichterte und den Austausch vertiefte. Dies machte auch die teilweise vorhandenen Sprachprobleme wett und half dabei, Einschränkungen wegen der unterschiedlichen Kulturzugehörigkeit zu überwinden. Neue Freundschaften sind entstanden. Die Bereitschaft, eigene Sichtweisen in Frage zu stellen und darüber zu kommunizieren trug, zu dem sehr guten Erfolg der Lernpartnerschaft bei.

Ergebnisse aus Sicht der Teilnehmer
Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Kontexten, Berufen und Altersgruppen. Wie die schriftliche Befragung am Projektende zeigte, war die Wirkung auf alle sehr groß. Waren es neue Ideen, die bei SPES gezeigt wurden, wie die Zeitbankplus, das Bürgerengagement in Heiligkreuztal, die andere Art der Gestaltung des Ländlichen Raums und der Landwirtschaft in Italien, die Ansätze von Politikern des Europaparlaments, es begeisterte und motivierte weiter zu denken. Die Offenheit für Neues und die Bereitschaft die eigenen Ansichten zu reflektieren, sind wichtige Auswirkungen. Dass die Teilnehmer und die Menschen vor Ort trotz der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Regionen und Kulturen, die sich an der Projektpartnerschaft beteiligten, im ländlichen Raum eine hohe Eigeninitiative zeigen, war ein weiteres wichtiges Kennzeichen des Projektes. Auch wenn die Regionen, in den denen Partnerorganisationen wirken, sehr unterschiedlich sind, ähneln sich doch die Anliegen, die Interessen und vor allem die Einstellung zum ländlichen Raum.

Am beeindruckendsten war, dass es trotz der großen Unterschiede der beteiligten Regionen ein gemeinsames Verständnis von ländlicher Identität gibt. Das lässt sich nicht auf den Punkt bringen, es lässt sich aber in Begriffe fassen, die bei der Abschlussevaluation von den Teilnehmern gesammelt wurden. Die Begriffe lauten: Vielfalt, Umsetzung junger Ideen, Eigenständigkeit, Heimat, generationsübergreifend, nicht umzäunt, Gestaltungsmöglichkeiten oder Herkunft der Lebensmittel.

Ergebnisse für den Vorstand des VKL

Mit der Teilnahme einer Studentin und Schülern aus der Landwirtschaftlichen Berufsschule Biberach sowie der Jungbauern aus Italien wurden Fragen und Anliegen der nachwachsenden Generation deutlich. Dies gibt wichtige Impulse für die Arbeit der landwirtschaftlichen Familienberatung zum Beispiel bei Themen wie Hofübergabe, Hofnachfolge oder der künftigen Ausrichtung des landwirtschaftlichen Betriebes.

Auffallend und wichtig für unsere künftige Arbeit ist eine Erfahrung, die wir in der Reggio Emilia machen durften. Dort arbeiteten mehrere Geschwister auf Höfen, die teilweise trotz eines erfolgreichen Berufslebens zurück auf den Hof gegangen sind, um ihn zu bewirtschaften. Davon erhoffen sie sich mehr Befriedigung/Selbstverwirklichung, als sie es in ihren bisherigen Berufen wie Banker, Lehrer, Angestellter finden konnten. Dies hat in Italien mehr Tradition als bei uns. Es zeigt, dass der landwirtschaftliche Arbeitsplatz durchaus attraktiv sein kann. Dies werden wir in unserer Arbeit stärker in den Vordergrund stellen. Geplant ist eine Studienreise in die Region Reggio Emilia und zu SPES nach Österreich.

Ergebnisse für den VKL

Unserem Verband hat das Projekt einen mehrfachen Gewinn gebracht. Zum einen konnten wir unser Netzwerk erweitern. Mit dem italienischen Partner denken wir über weitere Kooperationen nach. Unser Bereich "Landwirtschaftliche Familienberatung" wird sich ebenfalls in die Partnerregion vernetzen. Dann haben wir viele Erkenntnisgewinne, z.B. dass auch kleine Strukturen, wie die Parmesangenossenschaften sehr wirtschaftlich und effizient arbeiten können. Die sehr enge Zusammenarbeit zwischen den Organisationen in Österreich die für Naturschutz, Tourismus, Bürgerbeteiligung, Wirtschaftsförderung in den Naturregionen zuständig sind, ist ein gutes Modell für uns in Deutschland. Die entstandenen Kontakte zu den Mitgliedern des Europäischen Parlaments können für neue Anliegen genutzt werden.

Für unsere Einrichtung sind auch die vertieften Kontakte zu den österreichischen und bayerischen Partnern wichtig. Wir planen einen regelmäßigen Austausch über Fragen des ländlichen Raums. Beeindruckend ist die Initiative österreichischer Landwirte zur Diversifizierung des Einkommens und der Bürgerbeteiligung. Dazu gehören: Der Aufbau von Hackschnitzelkraftwerken unter Verwendung des eigenen Waldes, die Initiierung eines stationären Bauernmarktes für Direktvermarkter, der Aufbau eines Ökoferiendorfes, Renovierung, Umbau und Betrieb einer alten Gaststätte usw. Diese Beispiele geben uns viele Anregungen für die Umsetzung in Baden-Württemberg. Vor allem die Kooperationen untereinander sowie mit anderen wichtigen Partnern bzw. mit der Bürgerschaft sind beispielhaft.

In vielen Vorstandssitzungen und bei Versammlungen wurde über diese Lernpartnerschaft berichtet und mit Interesse diskutiert.

Artikel zum Thema finden Sie in den Landaktiv-Ausgaben:
02-2014
04-2014
05-2014 

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