Grut gelaunt: Johannes Sauter und die Moderatorin des Abends

Raus aus dem Gedankenkarussell

Raus aus dem Gedankenkarussell

Mit einer bewegenden Feier beging die landwirtschaftliche Familienberatung (LfB) in Baden Württemberg am Montag, 10. Juni in Stuttgart, ihr 25 jähriges Bestehen.

Den Beratungsdienst haben 1988 das evangelische Bauernwerk für Württemberg, die Katholische Landvolkbewegung der Erzdiözese Freiburg und der Verband Katholisches Landvolk (VKL) im Auftrag von Land und Kirche eingerichtet. Mittlerweile gibt es im Land sechs Beratungsstellen, die bereits hunderten von Familien dabei geholfen haben, neue Perspektiven zu finden. Zu den Festgästen zählten Weihbischof Dr. Johannes Kreidler, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Familie und Betrieb, Hartmut Schneider sowie der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Gerhard Glaser.

Der Vorsitzende des VKL als einer der Träger der Familienberatung, Johannes Sauter, betonte in seiner Festrede, wie sehr die LfB sich in den 25 Jahren zum festen und anerkannten Bestandteil der Beratungslandschaft in Baden-Württemberg entwickelt habe und gratulierte insbesondere den Beratern für ihre professionelle Arbeit vor Ort.

Wie im wahrsten Sinne des Wortes notwendig diese Arbeit ist, weiß kaum jemand besser, als der Leiter der LfB in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Michael Wehinger. „Wir unterstützen die Familien in verfahrenen Situationen, z.B. bei Verschuldung, Hofauf- oder übergaben, Generationenkonflikten, Erbschaftsauseinandersetzungen oder Partnerschaftsproblemen. Dabei führen wir die Menschen raus aus dem Gedankenkarussell und suchen neue Wege“, so der Berater.

„In bäuerlichen Familien könnten betriebliche und finanzielle Probleme oft nur zusammen mit der menschlichen und familiären Situation geklärt werden“, erläuterte Landwirt und Mitglied im Vorstand des evangelischen Bauernwerkes in Württemberg, Bernd Kraft. Um effektiv helfen zu können, benötigten die Familienberater daher sowohl ein tiefes Verständnis für die Landwirtschaft und die ländliche Struktur als auch für sozial-psychologische Fragen. So ist es für Weihbischof Dr. Johannes Kreidler auch schlüssig, dass die Familienberatung innerhalb der kirchlichen Verbände organisiert ist, die hier ihre Stärken haben. „Gerade in seinen Beratungsdiensten ist und war die Kirche immer nahe an den Menschen“, so Dr. Kreidler.

Im Jahr 2012 nahmen insgesamt 375 Familien das Angebot in Anspruch. Davon haben 196 Familien den Kontakt zur jeweiligen Beratungsstelle erstmals aufgenommen. „Die Beratungen sind für alle Beteiligten immer wieder starke Herausforderungen, die weniger auf der Sachebene als auf der emotionalen und zwischenmenschlichen Ebene liegen“, sagt Michael Wehinger. Die Aufgabe der Berater sieht er nicht darin, Lösungsvorschläge zu machen. Vielmehr geht es u.a. darum, die Eigenverantwortung, befördern die Kommunikation zu verbessern und Wertschätzung füreinander zu stärken.

Abschließend stellte Ministerialrat Wolfgang Reimer in Aussicht: „Ihre Arbeit ist sehr wertvoll und wir werden alles versuchen, sie weiter zu unterstützen.“