Samuel Ebert und Präses Paul Notz

Bei Schnee und Eis:

Loslassen, wie Bruder Klaus es gelebt hat

Die Vorstellung loszulassen, bei gutem Wetter in die Schweiz zu pilgern, war bereits eine erste Übung für die rund 400 Wallfahrer, die am 27./28. Oktober mit dem VKL nach Flüeli gefahren sind. „So viel Schnee hatte wir noch nie“, sagte Michael Wehinger, einer der Leiter der Wallfahrt. Loslassen hieß das Motto der ganzen Wallfahrt. Und dieses von Präses Paul Notz und Albert Menrad so gut vorbereitete und umgesetzte Motto passt gut zum Heiligen und Landvolkpatron Bruder Klaus. Schließlich hat er vor über 500 Jahren alle seine gesellschaftlichen und familiären Rollen fallengelassen, um seinem inneren Ruf hin zu Gott zu folgen. Davon zeugt das Bruder Klaus-Gebet, in dem es heißt: Nimm mich mir und gibt mich ganz zu eigen dir!“ Den Ort zu besuchen, an dem dieser Heilige gelebt und gewirkt hat, ist für viele Menschen immer wieder ein tiefes Erlebnis. Hier ist es gut möglich, sich im Lichte dieses Geistes zu reflektieren in der eigenen Beziehung zu Gott und in der Beziehung zu all dem, was uns an diese Welt und an unsere verschiedenen Rollen darin bindet. Diese innere Reflexion ist sehr individuell; jeder  tut dies für sich. Was die Wallfahrt aber immer wieder besonders macht, ist der Rahmen, in dem dieses Nach- Innen-Gehen möglich wird.      
Bereits im Bus begann mit Gebeten und Liedern die Einstimmung. Rund 130 Fußpilger gingen dem Wetter zum Trotz die letzen 15 km zu Fuß in die Ranft. In Stalden  - der Überlieferung nach stammte Dorothee, die Frau von Klaus von der Flüe aus diesem Ort – versammelten sich die anderen 300 Pilger zu einem wunderbaren Gottesdienst.  Die abendliche Lichterprozession und die nächtliche Anbetung in der Ranft sind ebenfalls sehr besondere Anlässe, um im eigenen Inneren zu forschen. Der feierliche Abschlussgottesdienst rundet das Programm immer wieder ab. So waren trotz der langen Rückfahrt die meisten Teilnehmer froh darüber, mitgefahren zu sein und viele haben den Termin 2013 (26./27. Oktober) bereits wieder vorgemerkt.