Ausagabe 06/2011

Ausagabe 06/2011

In dieser Ausgabe:

Exkursioh nach Schlierbach: Undenkbares denkbar machen

20 Personen waren begeistert

Geht der Ländliche Raum in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrisen und zunehmender Metropol- und Ballungsregionen unter, oder besinnt er sich auf seine Stärken und geht mutig neue Wege? Um dieses Thema drehte sich eine Tagung des VKL mit Kooperationspartnern im Oberösterreichischen Schlierbach.     Von Alfred Pradel

Über 20 Personen aus allen Aufgabenbereichen, vom Diözesanrat bis zum Bürgermeister, von Führungskräften der Deutschen SPES bis zum Kirchengemein­derat nahmen teil an der VKL-Exkursion zur SPES-Akademie nach Schlierbach in Österreich. Unter der Leitung von Wolfgang Schleicher und Roman Schaab erlebten die Teilnehmer Beispiele, wie gemeinsames Handeln vieler Menschen, aber auch die stringente Führung der Verantwortlichen beinahe untergegangene Gemeinden im Ländlichen Raum wieder belebt haben.

Bereits unterwegs erfuhren die Teilnehmer im bayerischen Weyarn, was bürger­schaftliches Engagement leisten kann. Bürgermeister Michael Pelzer erläuterte in einer eindrucksvollen Präsentation den einstigen Zustand seiner Gemeinde: Ein Anhängsel der Großstadt München, orientierungslos, die jungen Menschen wander­ten ab und ein Verlust der kulturellen Identität drohte. Hier stellten die Gemeindeverantwortlichen fest, dass sich eine nachhaltige Bürgergesellschaft nur dann  erfolgreich entwickeln kann, wenn man die Bürger sehr ernst nimmt. Mit einer neuen Schule, einem Dorfladen, über 600 Arbeitsplätzen in 170 Betrieben wurde so eine „Weyarn-Identität“ in einer gelebten Bürgergesellschaft geschaffen.

Die anschließende Tagung in der SPES Zukunftsakademie in Österreich vermittelte den Teilnehmern dann zahlreiche weitere Eindrücke und Ideen für die Entwicklung von Dörfern und Gemeinden. SPES bedeutet „Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen“. Und das lateinische Wort SPES bedeutet auch Hoffnung und hier ist die Hoffnung auf nachhaltig positive Entwicklungen gemeint. Entstanden aus den Missständen früherer Jahre gibt die SPES Zukunftsakademie allen Interessierten bewährte wie neue Instrumente und Modelle an die Hand, um Hoffnungen in Wirklichkeit verwandeln zu können. SPES-Geschäftsführer, Johannes Brandl, führte die Teilnehmer durch ein entsprechend klimaneutrales und mit höchsten Effizienzwerten erbautes Tagungshaus, wo sich alle Gäste sofort wohlfühlten.

Eindrücklich für alle Tagungsteilnehmer war der Bericht von Bürgermeister a. D. Karl Sieghartsleitner aus Steinbach an der Steyr, der den Niedergang des einstigen „Solingen Österreichs“ mit seiner Besteckindustrie miterlebte. Als Bürgermeister hatte er das Blatt gewendet und erläuterte, wie die Gemeindeverantwortlichen es geschafft haben, unkonventionell Ziele zu erreichen. Grundlage für die Entwicklung hin zu einer prosperierenden Gemeinde seien ein unstrittiges Leitbild sowie ein „Ideenpatentschutz“. Verfallene, verlassene Häuser wurden saniert und wieder mit Leben erfüllt. Firmen siedelten sich wieder an und schufen Arbeitsplätze. Menschen, die abwanderten, kehrten zurück, junge Menschen konnten im Ort gehalten werden.

Über einige zentrale Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung waren sich die Teilnehmer weitgehend einig. Dazu gehören ein Wertekanon oder eine christliche Wertebasis, ohne die eine Gesellschaft nicht funktionieren kann. Weiterhin muss das Pro das Contra überwiegen, Nähe und Regionalität müssen Vorrang haben, Eigenverantwortung und Selbstorganisation müssen den Menschen wieder in Fleisch und Blut übergehen, immaterielle Erfolgsfaktoren sollen vor materiellen stehen, Kooperation und Partnerschaft müssen zur Zielmarke werden.

Um den Horizont der Gäste zu erweitern, bietet die SPES Akademie Erlebnisse besonderer Art, wie ein Kaffeetrinken im Dunkelraum. Als „Blinder“ erkennt hier jeder schnell, wie sehr er an funktionierende Sinne gewöhnt ist: Eine gute Gelegenheit, Gott für die Gesundheit und alle Sinne, die uns durchs Leben geleiten, zu danken.

Die Exkursion bot aber auch reichlich Gelegenheit für gesellschaftliches Miteinander, zum Nachdenken und zum Innehalten. Nach zwei intensiven Tagen machten sich die Teilnehmer gestärkt für kommende Aufgaben auf den Heimweg. Die Tagung hat gezeigt, dass und wie es geht, Dörfer und Gemeinden innovativ zu entwickeln. Und die Arbeit geht weiter: Am 22. November in Heiligkreuztal stehen weitere Projekte und Initiativen auf der Tagesordnung.

Landvolkbegegnungstag in Erolzheim

Strahlendes Wetter und strahlende Gesichter

Angemeldet waren 65 Personen zum Landvolkbegegnungstag. Doch beim Mittagessen hieß es dann „Füll noch etwas Wasser in die Suppe“, denn es waren fast 100 Gäste, die in das Kloster Bonlanden kamen, um dort zu Mittag zu essen. Schön war es wieder, sich auszutauschen und sich im Gottesdienst auf die gemeinsamen Werte zu besinnen.  So hatte der Landvolkbegegnungstag mit einem Gottesdienst begonnen und nach dem Mittagessen ging es noch einmal hinauf zur Bergkapelle, wo vor allem gesungen wurde. Nach dem Kaffee strapazierte die Theatergruppe Balzheim die Lachmuskeln der Teilnehmer  mit einem Theaterstück über den Pfarrer Jung der für seine Verstorbenen Gemeindemitglieder die jeweils passenden Grablieder dichtete. So hieß es zum Abschied für die meisten: Also dann, bis zum nächsten Jahr!

Bergemesse: Einfacher leben!

300 Besucher kamen zur Bergmesse

Rund 300 Besucher zählten die Organisatoren der traditionellen Bergmesse der Gruppe Allgäu am 1. Sonntag im September. Pfarrer Willburger aus Argenbühl rief in seiner Predigt dazu auf, einfacher zu leben um Ressourcen zu schonen und einen Beitrag zur Versöhnung zu leisten. Die musikalische Begleitung steuerte wieder die Musikgruppe aus Beuren bei. Bei der Kollekte kamen nach Abzug der Kosten 500 Euro zusammen, die dem ILD für seine Aufbauarbeit in Uganda sowie der Kindernothilfe für ihre Waisenpatenschaften zur Verfügung gestellt werden.

Helene Weber Preis für Landvolkfrau

Anja Reinalter vom Landvolkverband Laupheim erhält Helene Weber Preis

Sich kommunalpolitisch zu engagieren, drei Kinder zu erziehen, berufstätig zu sein und in diversen Elternbeiräten ihre Frau zu stehen ist nicht immer ganz leicht. Umso größer ist die Freude, wenn dieses Engagement anerkannt und belohnt wird. Anja Reinalter, Mitgliedsfrau in der Landvolkgruppe Laupheim fährt am 7. Dezember nach Berlin, um mit 14 weiteren Preisträgerinnen diese hohe Auszeichnung von Familienministerin Schröder entgegen zu nehmen. Der Helene Weber Preis ist eine Auszeichnung für herausragende Kommunalpolitikerinnen, die kommunalpolitisches und zivilgesellschaftliches Engagement beweisen. Er richtet sich an Frauen, die ihr Mandat in der ersten oder maximal zweiten Wahlperiode ausüben und in ihrer Kommune bereits neuartige und zukunftsweisende Projekte umgesetzt haben. Und hier hat sich Anja Reinalter, die der Fraktion der offenen Liste angehört, mit unterschiedlichen Projekten für die Schule,  so z.B. für eine attraktive Schulhofgestaltung mit Tatkraft eingesetzt und Durchhaltevermögen bewiesen. Aber dennoch:  Allzu persönlich nimmt Anja Reinalter den Preis nicht. „Ich nehme ihn stellvertretend für alle Frauen entgegen, die sich bewusst einmischen und diese Arbeit leisten“. Ihr Anliegen ist es, Frauen zu ermutigen, sich in bürgerliche und kommunalpolitische Aufgaben bewusst und mit Freude einzubringen, um Veränderungen zu bewirken und um gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Geburtstagskinder

Es gibt wohl nichts, was sich im Laufe

der Zeit nicht mindestens einmal

jährt und so Anlass zum Feiern bietet.

Ganz besonders sind es aber die

Geburtstage mit den runden Glanzpunkten.

Wir gratulieren herzlich!

90. Geburtstag

· Leopold Dorn, Leutkirch

80. Geburtstag

· Simon Pfaff, Zußdorf

· Alfons Salch, Bad Mergentheim-Löffelstelzen

· Ferdinand Buchmiller, Friedrichshafen-

Ailingen

· Karl Schäfer, Horb-Grünmettstetten

75. Geburtstag

· Dr. Robert Kreidler, Dornhan-Leinstetten

· Josef Abt, Horgenzell

· Eugen Werner, Beffendorf

· Willi Ziesel, Berkheim-Bonlanden

· Oskar Gresser, Horgenzell

· Julius Wilbs, Dunningen

70. Geburtstag

· Gisela Gahm, Niederstetten

· Sieglinde Liedtke, Moosburg

· Franz Wolpert, Krautheim-Oberginsbach

· Karl Schmötzer, Krautheim-Oberginsbach

65. Geburtstag

· Katharina Rosmer, Ulm-Eggingen

· Irma Schwellinger, Villingendorf

· Anna Zurke, Neresheim-Ohmenheim

60. Geburtstag

· Alfred Kreidler, Horb-Grünmettstetten

· Hedwig Gerner, Reinstetten

50. Geburtstag

· Klaus Dörr, Lauda-Königshofen/Deubach

· Wilfried-Jörg Ladwig, Leinfelden-Echterdingen