3. August 2012

Energie aus Biomasse begrenzen

Studie der Naturwissenschaftlichen Akademie Leopoldina stützt die Position des VKL

Energie aus Biomasse? Ja, aber nur in dezentralen und überschaubaren Größenordnungen. So lautet die seit Jahren vertretene Position des VKL zum Thema Energie aus Biomasse. Gute Argumente dafür liefern nun 20 Wissenschaftler der renommierten naturwissenschaftlichen Akademie Leopoldina in einer aktuellen Studie. Die Wissenschaftler sehen in der Nutzung von Biomasse für die Erzeugung von Strom und Wärme einen eher geringen Beitrag zum Umweltschutz und zur Energiewende. Der VKL teilt die Auffassung, dass der mit großen Anlagen verbundene großflächige Anbau von Energiepflanzen, wie beispielsweise Mais, mit der Produktion von Nahrungsmitteln konkurriert und insbesondere zu überhöhten Pachtpreisen führt. Auch der Transport großer Mengen Biomasse zu den Anlagen stellt eine nicht zu unterschätzende Belastung dar.
Sinnvoll bleibt die Energiegewinnung aus Biomasse, wenn organische Abfälle in überschaubaren Anlagen dezentral in Strom und Wärme verwandelt werden. Hier kann es allerdings notwendig werden, Biomasse aus dem Anbau zuzusetzen, um den Brennwert zu erhöhen.
„Der Vorteil von Biogas ist die Grundlastfähigkeit und in gewissem Maße die Speicherfähigkeit des Gases. Sonne und Windenergie sind in Bezug auf Flächenbedarf und Treibhausgasemissionen effektiver. Deshalb ist die Energiewende nur mit einer Vielfalt der Alternativen zu erreichen. Besonders wichtig ist und bleibt es aber, den Energieverbrauch zu senken und die Energie effektiv zu nutzen“, sagte der VKL- Vorsitzende Johannes Sauter.

Der VKL begrüßt und unterstützt den Appell der Wissenschaftler an die Politiker, in Europa darauf hinzuwirken, das Ziel nach dem bis 2020 europaweit alle Kraftstoffe zu zehn Prozent aus Bioethanol bestehen sollen, zu überdenken und den Anteil deutlich zu senken.