Ausgabe 06/2016

Ausgabe 06/2016

In dieser Ausgabe:

Was wäre eigentlich, wenn... ?

Paul Notz über den Umgang mit Flüchtlingen

Was wäre eigentlich, wenn wir uns weniger mit den Informationen aus den Zeitungen und dem Fernseher beschäftigen, sondern vielmehr unsere Augen und unser Herz öffnen, für die Menschen in unserer Nachbarschaft?
Was wäre, wenn wir alle diejenigen, die uns weismachen wollen, es gäbe ein Boot, in dem wir alle sitzen und als „i-Tüpfelchen“ dann auch noch behaupten, dieses sei voll, einfach ignorieren?
Was wäre, wenn wir den Menschen anderer Nationen wohlwollend begegnen und ihnen dabei behilflich sind, unsere Regeln und Werte kennen zu lernen und Arbeit zu finden?Was wäre, wenn wir unsere Türen öffnen, um die Menschen Anteil nehmen zu lassen an dem was uns wichtig ist, zum Beispiel an unserem Glaubensleben?
Was dann sein könnte, beschreibt unser Landvolkpfarrer Paul Notz hier in ganz kurzen, einfachen Sätzen: 

„Unmittelbar mir gegenüber wohnen seit Februar ungefähr 25 Flüchtlinge. Ich durfte Sie als Erster begrüßen, weil ich gerade da war. Seither hat sich ein sehr guter Kontakt entwickelt; viele aus dem Dorf kommen und helfen. Das ist eine große Freude für mich und meine Pfarrhaushälterin Petra. Für einen Journalisten suchen wir Arbeit, er würde gerne auch als Bäcker oder in der Gastronomie oder im Kindergarten arbeiten… . Er und sein Freund haben eine ganz besonders feine Art, so dass wir sie nur empfehlen können.
Ursprünglich kamen 26 Syrer, inzwischen sind die Hälfte aus dem Irak, Kurden. Leider sind die Sprachen sehr unterschiedlich, so dass auch sie miteinander deutsch sprechen müssen.
Kochen können Sie sehr gut. Sie sind außerordentlich gastfreundlich. Ein frischgebackener Brotfladen und heißer Kaffee ist keine Seltenheit. Lauter junge fitte Männer. Manche bitten mich immer wieder um ihr Gebet. Wir waren auch in unserer Kirche, sind im Kreis gestanden und haben in der Stille gebetet. Ich glaube Gott hat uns gesehen und gehört. Aber wie soll er das mit dem Frieden nur machen, wenn die Menschen auf die Waffen setzen?“

Was dann wäre? Das wissen wir nicht genau, aber sicherlich gäbe es mehr glückliche Menschen auf unserer Welt. 

 

Wolfgang Schleicher berichtet von seiner Projektreise

„Projektreisen sind keine Vergnügungsreisen“

Seit dem Besuch der Argentinier in unserer Diözese in 2014, waren unsere Partner mit ihren Aktivitäten wenig präsent beim Landvolk. So war es höchste Zeit, wieder nach Argentinien zu reisen, um sich persönlich über die dortigen Aktivitäten auf den neuesten Stand zu bringen.

Projektreisen sind keine Vergnügungsreisen. Nach zwei Tagen Anreise standen in den folgenden sechs Tagen 28 Termine auf dem Programm. Ein gutes Beispiel: Am Sonntagmorgen um 10:00 Uhr fand in Maria Grande ein Treffen mit dem Bürgermeister und lokalen Verantwortlichen statt. Dabei waren auch Schüler zweier Klassen der örtlichen Technikerschule mit ihrer Architekturlehrerin und der Schulleiterin. Sie präsentierten uns professionelle Ideen für neue Verkaufsstände. Vorausgegangen waren Interviews mit den Beteiligten. Die Ergebnisse können sich mehr als sehen lassen. Hintergrund dieser Praxisarbeit war ein Taifun im Februar des Jahres, der die bisherigen Verkaufsstände aus Holz wegfegte. Die starken Regen mit ca. 1400 Liter in drei Wochen im Frühjahr führten in der Projektregion zu großflächigen Überschwemmungen mit starken Verlusten für die Kleinbauern.

Die gegenseitigen Begegnungen sind sehr wichtig. Sie schaffen Vertrauen und gegenseitiges Verständnis. So fühlte ich mich wie bei Freunden während meines Aufenthalts in Argentinien.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie in der Ausgabe 06/2016. 

 

Reden und Schweigen

Jetzt anmelden zum Familienwochenende vom 10.- 12. März 2017 in Kloster Heiligkreuztal

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.  Ist diese Redensart nicht ziemlich angestaubt, oder anders gesagt „mega out?“ Sind wir nicht ein ganzes Stück weiter, wenn wir in unseren modernen Familien Probleme besprechen, Ärger ausdrücken und Konflikte ausdiskutieren? Kann Schweigen vielleicht auch konstruktiv sein? Mit diesen Fragen möchten wir uns auf dem Familienwochenende beschäftigen. Das Kloster Heiligkreuztal ist der ideale Ort, um sich zu besinnen, mit sich selbst auseinanderzusetzen oder sich in der Gemeinschaft zu erleben. Um einen guten Austausch zu fördern, besteht auch die Möglichkeit für eine Kinderbetreuung. Ein selbst gestalteter Gottesdienst am Sonntagvormittag rundet das Programm ab. Das Wochenende wird geleitet von Susanne Riedel-Zeller und Wolfgang Schleicher. Es kostet für Erwachsene € 120,- für Kinder € 40,- , wobei das Dritte und weitere Kinder frei sind. Landvolkmitglieder erhalten € 20,- Ermäßigung für die Familie.