Ausgabe 05/2014

Ausgabe 05/2014

In dieser Ausgabe:

50 Jahre Hilfe und Fürsorge für Familien in Not

cura familia feierte am 10. Mai Jubiläum

Mit über 150 Gästen feierte der Familienhilfsdienst cura familia des Verbandes Katholisches Landvolk (VKL) am 10. Mai sein 50 jähriges Bestehen. „Der Name cura familia zeigt deutlich den Kern der Arbeit, nämlich Familien zu helfen, die in Notsituationen geraten sind“, sagte der Vorsitzende des VKL, Johannes Sauter. Seit 1964 seien insgesamt mehr als 1.400 Mitarbeiter des Sozialverbandes bei rund 27.000 Familien im Einsatz gewesen, so Sauter weiter. Wenn auf den Betrieben, denen durch Unfall, Krankheit oder aus anderen Gründen der Betriebsleiter oder die Mutter fehlte, oder einer von Beiden eine dringend notwendige Auszeit nehmen musste, dann waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von cura familia da, um anzupacken, Not zu lindern und zu helfen. Diese Arbeit würdigte auch Dr. Johannes Kreidler beim Dankgottesdienst in der Bussenkirche, der dem Festakt vorangegangen war. Auch die Festredner beteuerten ihren Respekt vor dem sozialen Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von cura familia. So sagte der Ministerialdirigent im Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, Baden-Württemberg, Joachim Hauck, dass ihm die Unterstützungsangebote für Familien im ländlichen Raum sehr wichtig und ein besonderes Anliegen seien. Das zeige sich insbesondere auch darin, dass für von 2009 bis 2013 für die Einsätze und Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt über 500.000 Euro im Staatshaushalt ausgewiesen seien.

Für heitere Mienen sorgte Stefan Österle von „Dein Theater“, Stuttgart, der die Situation der Mitarbeiter von cura familie treffend mit dem Lied „Heute hier, morgen dort“ von Hannes Wader verknüpfte. Reinhold Knittel, der Geschäftsführer der Sozialversicherung Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Kassel, erinnerte daran, dass cura familia seit Einführung der Krankenversicherungspflicht für Landwirte im Jahr 1972 ein sehr wichtiger Partner der Sozialversicherung sei.

Zahlen, Daten und Fakten präsentierte Geschäftsführer von cura familia, Georg Halder, in seinem geschichtlichen Rückblick vom Einsatz des ersten Betriebshelfers 1964 bis zum heutigen Tag mit über 100 Beschäftigten.

Nach dem Mittagessen gaben Betriebshelfer(-innen), Einsatzfamilien, Kassen und Einsatzleitungen Einblick in die konkrete Arbeit vor Ort. Der Geschäftsführer des VKL, Wolfgang Schleicher interviewte ehemalige und aktuell beschäftige Mitarbeiter, um die Arbeit und das Umfeld von cura familia möglichst plastisch darzustellen.

Beendet wurde der Festakt angemessen mit einem Gang auf dem Schöpfungsweg mit Bussenpfarrer Albert Menrad und einer Begegnung und Info bei Kaffee und Kuchen.

 

Zwischen „hello“ and „goodbye“

Grundvig: Lernpartnerschaftstreffen in Österreich begeisterte die Teilnehmer

Zwischen „hello“ und „goodbye“ hat vom 19.-22. Juli eine weitere Lern- und Begegnungsrunde der im Grundtvig-Projekt engagierten Menschen in der Spes-Zukunftsakademie im österreichischen Schlierbach stattgefunden. Auf dem Programm der Partner (KLB Bayern, italienische und österreichische Partner, VKL) standen hochinteressante Exkursionen, Präsentationen und Diskussionen rund um das Thema ländliche Identität.

Der erste Tag startete mit einem Besuch auf dem regionalen Bauernmarkt. Dessen Gründer, Biolandwirt Alois Tragler, erläuterte den Gästen die Entstehungsgeschichte und das Konzept dieser Initiative. In Diskussionsveranstalten ging es Hintergründe von Agenda 21-Prozessen, die in vielen Gemeinden von Spes-Fachkräften begleitet werden, die in innovativen Methoden, wie „Art of Hosting“ und „Harvesting Conversations that matter“ ausgebildet sind. Diese Methoden zeichnen sich durch hohes Maß an Demokratie und Eigenverantwortung aus, und sind dadurch sehr effektiv. Auch die Frage des „gender mainstreaming“ also die gleichberechtigte Behandlung von Männern und Frauen stand auf dem Diskussionsprogramm.

Ein sehr spezielles und innovatives Projekt, das den Gästen vorgestellt wurde, ist Otelo (Netzwerk Otelo Werknetz). Im Rahmen dieses Projektes, das in Partnerschaft mit dem Verein Otelo, dem Ars Electronica Center, dem Science-Center-Netzwerk und dem Technologiezentrum Attnang-Puchheim arbeitet, sollen Kinder, Jugendliche, Erwachsene aber auch SeniorInnen für die Kreativwirtschaft begeistert werden. Konkret gibt es hierzu Lern- und Experimentierorte (Nodes), an denen Interessierte ohne Druck und ohne ein bestimmtes Ziel erreichen zu sollen, frei gearbeitet und experimentieret werden kann. Eine Idee, die Anwendungsfelder aus Technik, Medien und Kunst öffnet und miteinander verbindet. Abseits urbaner Ballungszentren soll mithilfe von kostenloser Basisinfrastruktur, Gemeinschaftsräumen und Kleinlaboren (Nodes) die Voraussetzung geschaffen werden, Personen jeden Alters bei der Entwicklung, Vertiefung und Umsetzung eigener Ideen in der Region zu unterstützen und zu begleiten. Gleichzeitig sollen Begegnungen, Austausch und gemeinsam erlebte Inspirationen ermöglicht werden. Damit ist dieses Modell in erster Linie auch ein soziales, das die Basis für interessante Bestätigungsmöglichkeiten in der Gruppe schafft und den Grundstein für „Community Building“ legt.

Im weiteren Verlauf der Tagung wurden den Teilnehmern innovative Konzepte der Regionalstruktur (Leader Projekt Kalkalpen) und landwirtschaftlicher Produktion und Vermarktung vorgestellt. Zu Wort kamen die Initiatoren selbst, wie zum Beispiel Martin Tragler, der Vorsitzende von Bio Austria oder Johann und Maria Aufreiter, die einen Kräuterhof betreiben oder die Initiatorin eines Gemeinschaftsgartens, Bettina Windischbauer. 

Besonders inspiriert hat alle Teilnehmer, die Begeisterungsfähigkeit und Professionalität von der die Tagung getragen wurde. Viele Teilnehmer sind davon überzeugt, dass der Austausch über Ausgangssituation und mögliche Lösungsansätze alle ein Stück weitergebracht auf der Suche nach einer ländlichen Identität und nach Möglichkeiten, diese zu gestalten. Vom 23. bis 26.11 findet ein weiteres Partnertreffen in Kehl, Deutschland (KLB) statt. Im April 2015 geht dann die Reise nach Italien. Vom 16.-19.04 findet in Reggio nell`Emilia, Italien (Rure) das letzte Partnertreffen vor dem Schlussbericht am 30.09.2015 statt. Interessierte können sich die Geschäftsstelle wenden.

Aktuelle Informationen sind im Blog zu finden.

 

KLB-Kampagne: Land – Leben – Glaube

Bundeskampagne 2014 der Katholischen Landvolkbewegung (KLB)

Die KLB will Menschen im ländlichen Raum in ihren pastoralen Anliegen begleiten und den Blick der kirchlichen Entscheidungsträger für das Land und seine Besonderheiten schärfen. So hat die KLB eine Kampagne mit dem Titel „Land.Leben.Glauben“ gestartet. 

Sie beruht auf mehreren Säulen. Eine davon sind vier Bausteine, zu denen in den Gemeinden oder Gruppierungen Aktionen stattfinden: Glaube beschenkt! Glaube geht! Glaube verbindet!  Gelungene Aktionen oder bewährte Formen der Zusammenarbeit in ländlichen Pfarrgemeinden werden gesammelt und als Leuchtturmprojekte präsentiert, um so anderen Anregung und Ermutigung zu geben, Neues auszuprobieren und alternative Wege zu gehen.

Zum Abschluss der Kampagne wird es eine Handreichung geben – mit Erfahrungsberichten zu den vier Bausteinen der Kampagne, den Leuchtturmprojekten, Gebeten und Geschichten. Damit wird eine Gesprächsgrundlage geschaffen: zum Austausch mit Vertretern der Kirchenleitung, der Pfarrgemeinde oder einfach dem Nachbarn. Mehr Infos unter www.landlebenglauben.de. Dort gibt es auch Materialien, wie beispielsweise ein Spiel oder einen Erzählkoffer zu bestellen.