Flüchtlingsfrage und ländlicher Raum

Begegnen, vernetzen, beteiligen

130 Interessierte kamen zur Tagung am 20.4. ins Kloster Heiligkreuztal. Das Thema lautete „Die Flüchtlingsfrage entscheidet sich im ländlichen Raum – Nachhaltige Integration als gemeinsame Herausforderung von Kirche und Kommune“ zusammen. Sie alle sind mit Flüchtlingen und der Frage nach deren Integration beschäftigt: Ob als Ehrenamtlicher in einem der zahlreichen Helferkreise, als Bürgermeister einer ländlichen Gemeinde, als Mitarbeiterin im Landratsamt oder als Referentin in einer Bildungseinrichtung. Eingeladen hatten der K-Punkt Ländliche Entwicklung im Kloster Heiligkreuztal, der Gemeindetag Baden-Württemberg, die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg und der Verband kath. Landvolk sowie zahlreiche Kooperationspartner aus kirchlichem und kommunalem Bereich.

Die Redner aus den unterschiedlichen Bereichen waren sich einig, dass der ländliche Raum maßgeblich zur Integration von Flüchtlingen beitragen kann und muss. Künftig werde es laut Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart, nicht mehr darum gehen ob wir Migranten aufnehmen, sondern wie Integration in einer globalen Welt funktionieren kann. Deutlich wurde auch, dass die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden müssen und nicht vor vollendete Tagsachen gestellt werden dürfen. „Stellen Sie Diskussionsplattformen zu Verfügung. Wenn die Bevölkerung ihre Fragen stellen können, können auch Ängste abgebaut werden“, ermutigte Hartmut Alker vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Die Kirche habe laut Dr. Thomas Broch, Flüchtlingsbeauftragter der Diözese Rottenburg-Stuttgart, einen besonderen Auftrag zur Integration. Sie habe dabei kein Sonderwissen, aber eine spezifische Erfahrung. Die Kirche verstehe sich schon lange als Weltkirche, die überall da sei, wo Menschen an Jesus Christus glauben. „Im Fremden begegnet uns der gekreuzigte und auferstandene Herr. Das ist der Horizont vor dem wir als Christen diese Fragen thematisieren“, so Broch.

Die Vernetzung zwischen Kirche, Kommune und Vereinen sei im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben unabdingbar. Integration gehe alle an. Als Anker der Integration schlug Steffen Jäger, Beigeordneter des Gemeindetags Baden-Württemberg, vor, in den Rathäusern einen Flüchtlingsmanager zu installieren. Dieser solle Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Integration sei. Hier sei die Finanzierung allerdings noch nicht klar. Jäger forderte einen Masterplan zur Integration, denn Staat und Gesellschaft das Recht und die Pflicht haben festzulegen, wie Integration gelingen kann.