KAB und VKL feiern 50- jähriges Jubiläum

Ein besonderes Jubiläum konnte 5. und 6. März Wochenende in Löffelstelzen gefeiert werden: Die KAB- und VKL- Gruppe Löffelstelzen konnte auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Seit einem halben Jahrhundert setzen sich die Verbände gemeinsam für die Interessen der Arbeitnehmer und der Bewohner des ländlichen Raumes ein.

Die Feierlichkeiten zum Jubiläum begannen am Samstag im Gemeindesaal Löffelstelzen. Vor dem Start des offiziellen Programms um 16.30 Uhr blieb Zeit, sich eine Ausstellung über die Arbeit der KAB und des VKL in Löffelstelzen anzuschauen. In der Ausstellung, die von Manfred Sellmann, Wolfgang Model und Karl Weiß gestaltet wurde, waren sowohl Dokumente aus der Anfangszeit des Vereins, als auch Bilder und Zeitungsartikel über das Wirken und die Aktionen des Vereins  zusammengestellt.

Nach der Begrüßung durch Karl Müller folgten Grußworte und Glückwünsche. Unter den Grußwortrednern waren Dekan Ulrich Skobowski und Alois Gerig als Vertreter des Main-Tauber-Kreises im Landtag. Musikalisch umrahmt durch die Musikkapelle Löffelstelzen lobten sie das Engagement der Vereinsmitglieder. Dieses Engagement wurde in den Mitgliederehrungen zusätzlich gewürdigt. Für die 40-jährige Mitgliedschaft in der KAB wurden Josef Ehrler, Franz Gabel und Rudolf Stolz geehrt. Als Gründungsmitglied und eine 50-jährige Mitgliedschaft wurden Wolfgang Korb, Franz Lang, Alois Gabel und Karl Weiß bei der KAB, sowie Karl Deppisch, Bernhard Ehrmann, Otto Hay und Alfons Salch beim VKL geehrt. Eine besondere Ehrung als Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzenden erhielt Hans Blank.

 Höhepunkt des Abends war der Festvortrag von Barbara Stamm zum Thema „Christliche Werte in der Arbeitswelt“. Die Präsidentin des Bayrischen Landtags wurde 1944 in Bad Mergentheim geboren und verbrachte die ersten acht Lebensjahre in Löffelstelzen. „Tief im Christentum verankert treten sowohl der Verband Katholisches Landvolk als auch die Katholische Arbeitnehmerbewegung für ihre Überzeugungen ein“, würdigt Barbara Stamm die Arbeit des Vereins. Der Verband trete mit vielfältigen Forderungen und Vorschlägen an die Öffentlichkeit und widme sich so den wichtigen sozialpolitischen Fragen unserer Zeit. „Mit Ihren Wortmeldungen zur Arbeitslosigkeit, zur neuen Armut oder zur sozialen Sicherung nehmen Sie Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft“, betont die Landtagspräsidentin. Dabei bezeichnete Barbara Stamm die Soziale Marktwirtschaft als „das Erfolgsmodell der deutschen Wirtschaft“. Sie verstehe gut, wenn vielen Menschen die Finanzkrise oder die Bewältigung der Flüchtlingssituation Angst mache. „In jeder Krise liegt bekanntlich auch eine Chance. Und unsere Chance ist es, dass wir als Gesellschaft wieder darüber nachdenken sollten, welche Bedeutung Solidarität und Gerechtigkeit heute für uns haben.“ Mit Sorge beobachte sie, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe. Für Menschen mit Defiziten, wie Arbeitslose oder Menschen mit Behinderung, scheine es immer weniger Verständnis und Geld zu geben. „Und dass in einem so reichen Land wie unserem über zwei Millionen Kinder in Armut leben kann man schlichtweg nur als beschämend bezeichnen“, meint die 71-Jährige.

Der zweite Festtag begann mit einem feierlichen Gottesdienst, der von Weihbischof Thomas Maria Renz, Dekan Skobowsky und Diakon Bernhard Weiß geleitet wurde. Danach fanden im Gemeindesaal ein gemeinsames Mittagessen und ein Familiennachmittag statt. Für die Erwachsenen wurde Kaffee und Kuchen angeboten, die Kinder konnten sich bei verschiedenen Bastelaktionen oder dem Kinderschminken vergnügen. Als Abschluss des zweitägigen Festprogrammes stand ein Luftballonwettbewerb. Rund 100 Luftballons mit den Adressen der Teilnehmer beschrifteten Kärtchen stieg in den Himmel über Löffelstelzen und wurden zügig vom starken Wind hinweggepustet.