Ausgabe 04/2014

Ausgabe 04/2014

In dieser Ausgabe:

Voneinander lernen

Argentinier zu Gast in Rottenburg-Stuttgart

Zahlreiche und freudvolle Begegnungen erlebten viele VKL-Mitglieder in den vergangenen Wochen: 12 Gäste aus dem argentinischen Partnerschaftsprojekt in Entre Rios waren vom 14. bis 28. Mai 2014 zu Besuch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Im Zentrum der Begegnung standen das Miteinander und das Lernen voneinander. Seit 10 Jahren fördert der VKL mit der Aktion Minibrot das Projekt in Entre Rios. „Das ist Nachhaltigkeit durch Dialog. Es gibt mittlerweile eine stabile Basis aus gegenseitigem Verstehen und Solidarität“, sagt der Geschäftsführer des VKL, Wolfgang Schleicher im Rückblick. Und auch der VKL wurde von den Partnern gelobt: „Wir haben im VKL einen Partner gefunden, der flexibel und vertrauensvoll mit den Gegebenheiten vor Ort und Veränderungen im Projekt umgehen kann.“

Für die weitgereisten Gäste hatte der VKL ein interessantes Programm vorbereitet. Neben zahlreichen Begegnungsmöglichkeiten in den VKL-Gruppen, hatten die Gäste die Gelegenheit, Produktion und Vermarktungswege der baden-württembergischen Landwirtschaft kennenzulernen. So deckten allein die Besuche auf dem Ziegenhof Ensmad, dem Biohof Sauter und dem Milchviehbetrieb Pfister eine breite Palette an Betriebs- und Vermarktungsmöglichkeiten ab. Auch Wirtschaftsbetriebe, wie beispielsweise Ritter Sport oder ein Biogasbetrieb, standen auf dem Programm. Treffen mit Organisationen die Waren in Eine-Welt-Läden verkaufen, waren für die Argentinier ebenso interessant, wie die Ausbildungswege im ländlichen Raum, die sie im Berufsschulzentrum Biberach/Abteilung Landwirtschaft sowie in Triesdorf kennenlernten. Ebenso die Sozialeinrichtungen des VKL interessierten die Gäste sehr. Wie ein ganzes Dorf energieautark werden kann, lernten die Gäste in Leibertingen von Bürgermeister Armin Reitze. Besuche im Rathaus der Gemeinde Ingoldingen bei Bürgermeister Jürgen Schell und in Eberhardszell bei Bürgermeister  Hans-Georg Maier, gaben wichtige Einblicke in die Kommunalpolitik. Kurz vor Ihrer Abreise begrüßte auch der Bürgermeister von Fichtenberg, Roland Miola, der auch zum VKL-Vorstand zählt, die Gäste in seiner Gemeinde. Hier erfuhren Sie beispielsweise, wie die Gemeinde Touristen anlockt und Holz vermarktet.

Unvergesslich bleibt auch die Führung durch die Brauerei Härle in Leutkirch, welche CO-2 neutral produziert und für Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurde.

Herzlich willkommen waren die Argentinier im Kloster Bonlanden. Die Bonlander Schwestern arbeiten schon sehr lange in Argentinien und zwar im Projekt in einer Landwirtschaftsschule in Cimaron. In der ganzen Diözese - von Mergentheim bis Mühlhausen - waren die Gäste  herzlich willkommen. Viele Abende klangen aus mit Begegnungen in den Ortsgruppen bei gutem Essen, gutem Wein, Liedern zu Gitarrenklängen und Dankbarkeit.

Gleichzeitig fand die 14. Weltversammlung der Internationalen Katholischen Landvolkbewegung (fimarc) auf dem Volkersberg in Bad Brückenau statt. Dazu waren rund achtzig Delegierte aus fünfzig Ländern auf den Volkersberg in das Bistum Würzburg gereist. Auch daran beteiligten sich die argentinischen Gäste, indem sie das Partnerschaftsprojekt dort präsentierten.

„Wir haben gezeigt, wie gastfreundlich und innovativ die Schwaben sind und wünschen uns für die Zukunft eine fruchtbare Zusammenarbeit“, sagt Wolfgang Schleicher.

 

Ländliche Identität bilden

Grundtvig: Erfolgreiches Lernpartnerschaftstreffen in Heiligkreuztal

Unter reger Beteiligung zahlreicher VKL-Mitglieder hat vom 24. bis 27. April ein weiteres Treffen mit den Lernpartnern aus Österreich und Italien in Heiligkreuztal stattgefunden. Hintergrund des Treffens ist die Internationale Lernpartnerschaft des VKL und der KLB Bayern mit den Partnern aus Italien und Österreich, Grundtvig genannt. Die Gastgeber aus Rottenburg-Stuttgart hatten ein umfassendes  Programm vorbereitet, um zu zeigen, wie Methoden und Projekte kooperativer Zusammenarbeit, Vermarktung und (Land-)Wirtschaft erfolgreich umgesetzt werden können. So besuchte die Gruppe beispielsweise die Firma Striebel, in welcher Kleidung für die Aktion Hoffnung sortiert wird. Am Freitag  ging es dann weiter zum Besuch des Bioland-Direktvermarkters Gebhardt und zur Besichtigung des Projektes „Hilfe von Haus zu Haus“ in Gaienhofen. Abgerundet wurde das Besuchsprogramm durch die Besichtigung des Bioenergiedorfes Leibertingen. Der Samstag war dann einem Auswertungsworkshop gewidmet.

Das nächste Treffen mit allen 4 Partnern  findet vom 18. bis 21. Juli in Schlierbach / Österreich statt. Dort geht es um die SPES-Akademie, die sich äußerst innovative werte- und wirtschaftsorientierte Arbeit leistet. Auch dort wird es ein hochinteressantes Besuchsprogramm geben. Wer mitfahren möchte, kann sich bei der Geschäftsstelle in Stuttgart unter 0711/9791118 melden.

 

Dank für über 50 jähriges Miteinander

Abschied von Paul Wieland

Unser Gründungsmitglied, Paul Wieland aus Weingarten, ist gestorben. Dankbar blicken die Verantwortlichen des VKL auf ein über 50-jähriges Miteinander zurück. Paul Wieland war einer der Gründungsväter des Katholischen Bauernwerks, das 1970 in Verband Katholisches Landvolk umbenannt wurde. Es war ihm ein Anliegen, die Interessen der ländlichen Bevölkerung zu vertreten. "Ich bin zum Landvolk gegangen, um mitreden zu können", sagte Wieland 2010 im Katholischen Sonntagsblatt. Aber auch die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und die seelsorgerische Arbeit im ländlichen Raum waren ihm ein Anliegen. Er war auf vielen Ebenen aktiv, sein Rat immer geschätzt. Besonders zeichnete den langjährigen Kreisverantwortlichen und  begeisterten Heilig-Blut-Reiter sein großer Idealismus aus. Unser Mitgefühl ist mit seiner Familie und seinen engen Freunden. Möge Paul Wieland im Frieden Gottes sein.