In dieser Ausgabe:

Nachruf auf Hans Hay

Langjähriger Geschäftsführer des VKL ist gestorben

In der Nacht von Donnerstag (10.4.2014) auf Freitag (11.4.2014) ist unser langjähriger Geschäftsführer Hans Hay verstorben. Sein Name ist eng verknüpft mit dem Verband Katholisches Landvolk. Schon in den Fünfziger Jahren, aus der Bauernschule Wernau heraus, begann er mit anderen an seiner Vision zu arbeiten, nämlich ein katholisches Landvolk zu gründen. In anderen Diözesen und auch auf Bundesebene war das zu diesem Zeitpunkt schon erfolgt. 1960 gelang ihm schließlich der Durchbruch, nachdem auch Widerstände seitens der Bistumsleitung überwunden waren. Für diesen Einsatz wurde er unter anderem vom Vorsitzenden des Landvolks Johannes Sauter mit der neu geschaffenen Verdienstmedaille in Gold im Jahr 2010 geehrt.

Hans Hay war im unermüdlichen Einsatz für das Katholische Landvolk. Es war keine Seltenheit, dass er vormittags Besprechungen in Ravensburg, nachmittags in Ulm und abends im Hohenlohischen hatte. Er war wirklich weit gereist in Sachen Landvolk.

Hans Hay machte aber auch das Landvolk bekannt. Mit seinen vielen Kontakten in die Gesellschaft, in die Ministerien, die Kirchenleitung usw. gelang es ihm, den Verband zu einem wichtigen Experten in Sachen ländlichen Raum und Landwirtschaft zu machen. Sein großes Anliegen war die Katholische Soziallehre auf die Fragen des ländlichen Raumes und die Landwirtschaft hin zu übertragen und zu deuten. Er war bis zuletzt an der Arbeit des VKL interessiert und hat sich noch pflichtbewusst an der Teilnahme der Delegiertenversammlung vor zwei Wochen in Apfelbach entschuldigt.

Mit Hans Hay ist vieles beim Landvolk ins Rollen gekommen, das heute noch Bestand hat, wie der Betriebshelferdienst, die Landwirtschaftliche Familienberatung, die Wallfahrten nach Flüeli, aber auch die Regionalwallfahrten und, und, und.

Lieber Hans, wir danken dir für dein jahrzehntelanges Engagement für das Katholische Landvolk zum Wohl der Menschen auf dem Land. Ruhe in Frieden.

„Lasst die Bürger ran!“

VKL bot Informationen und Kontakte für mehr Lebensqualität im ländlichen Raum

„Wir benötigen heute doppelt so viele Kilometer zum Einkaufen wie früher.“ Mit diesem Bekenntnis eröffnete Johannes Sauter, die Tagung „Mehr Lebensqualität durch Nahversorgung am 28. März in Heiligkreuztal. Rund 50 Teilnehmer, darunter zahlreiche Bürgermeister und Ortsvorsteher, diskutierten Möglichkeiten, um die Nahversorgung und damit die Lebensqualität in Dörfern und Gemeinden zu verbessern.

„Lassen Sie die Bürger ran“, war die zentrale Botschaft der Fachberaterin beim Gemeinde- netzwerk des Gemeindetags, Janine Blistle. Umfragen belegten, dass Bürgerbeteiligung die Lebensqualität und das Wohlbefinden verbesserten. Das Gemeindenetzwerk unterstützt Menschen für Projekte verschiedenster Art und die „haben mehr Potenzial, als ihnen zugemutet wird“, so Janine Blistle.

Um Dörfer zu beleben und in ihrem Selbstverständnis zu stärken, sei es wichtig, sowohl die Räume der Verwaltung als auch Räume der Begegnung und Nahversorgung ins Dorfzentrum zu bringen. Das berichtete Georg Mack, der als Ortsvorsteher mit zahlreichen Partnern ein Dorfzentrum mit Läden und Versammlungsräumen in seiner Gemeinde Erbach-Ringingen realisiert hat. Der Experte erläuterte, wie allein die Einrichtung des Zentrums sich auch positiv auf das Engagement der Menschen ausgewirkt hat: „Die Räume haben auch dazu geführt, dass neue Veranstaltungen durchgeführt wurden“, sagte Mack. Ähnliche Erfahrungen präsentierte auch Jürgen Lauten, der zusammen mit einem „DORV-Team“ den Bau und die Finanzierung eines Dorfzentrums mit Läden und Versammlungsräumen initiiert und umgesetzt hat. Das DORV-Zentrum ist das erste seiner Art in Baden-Württemberg und Lauten bezeichnet es als „Tante-Emma-Laden des 21. Jahrhunderts“, denn hier könnten die Menschen nicht nur einkaufen, sondern sie würden „rundum versorgt“. Dabei spielten persönlicher Kontakt und Flexibilität eine zentrale Rolle, so Lauten. 

Dr. Karl Burgmaier aus dem Ministerium Ländlicher Raum in Stuttgart, stellte die Förder­möglichkeiten für gute Projekte vor. Er verwies auf die Wirtschaftskraft: „Im ländlichen Raum wird 30 % des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet“, so Burgmaier. 
Zu einem attraktiven Lebensraum durch Nahversorgung, gehört auch Mobilität. Und auch hier wurden gute Ideen vorgestellt: So präsentierte der Bürgermeister von Oberreichenbach, Karlheinz Kistner, das Modell des „Elektro-Bürgerautos“. Damit transportiert ein ehren-amtliches Fahrerteam die Menschen im nahen Umfeld: „Das Konzept muss so einfach wie möglich sein und auch den öffentlichen Nahverkehr in der Planung berücksichtigen“, so Kistner. Aber Nahversorgung selbst, kann auch mobil gestaltet werden, wie Ortsbürger-meister Horst Hartenfels aus dem Westerwald zu berichten wusste. Er erläuterte, wie ein mobiler Markt, der zu den Bürgern kommt, funktioniert.

Der Vorsitzende des VKL, Johannes Sauter war sehr zufrieden mit dem Tagungsergebnis: „Wir wünschen uns nun viele Menschen in Dörfern und Gemeinden, die die kreativen Ideen vor Ort umsetzen und dazu die Informationen, Werkzeuge und Kontakte nutzen, die der VKL bei seinen Tagungen wie dieser immer wieder anbietet“. Kooperationspartner:  K-Punkt Ländliche Entwicklung im Kloster Heiligkreuztal, Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg, LEADER Aktionsgruppe Oberschwaben, Gemeindenetzwerk BE, Baden-Württemberg, Katholische Erwachsenenbildung

„Lasst die Bürger ran!“

VKL bot Informationen und Kontakte für mehr Lebensqualität im ländlichen Raum

„Wir benötigen heute doppelt so viele Kilometer zum Einkaufen wie früher.“ Mit diesem Bekenntnis eröffnete Johannes Sauter, die Tagung „Mehr Lebensqualität durch Nahversorgung am 28. März in Heiligkreuztal. Rund 50 Teilnehmer, darunter zahlreiche Bürgermeister und Ortsvorsteher, diskutierten Möglichkeiten, um die Nahversorgung und damit die Lebensqualität in Dörfern und Gemeinden zu verbessern.

„Lassen Sie die Bürger ran“, war die zentrale Botschaft der Fachberaterin beim Gemeinde- netzwerk des Gemeindetags, Janine Blistle. Umfragen belegten, dass Bürgerbeteiligung die Lebensqualität und das Wohlbefinden verbesserten. Das Gemeindenetzwerk unterstützt Menschen für Projekte verschiedenster Art und die „haben mehr Potenzial, als ihnen zugemutet wird“, so Janine Blistle. 
Um Dörfer zu beleben und in ihrem Selbstverständnis zu stärken, sei es wichtig, sowohl die Räume der Verwaltung als auch Räume der Begegnung und Nahversorgung ins Dorfzentrum zu bringen. Das berichtete Georg Mack, der als Ortsvorsteher mit zahlreichen Partnern ein Dorfzentrum mit Läden und Versammlungsräumen in seiner Gemeinde Erbach-Ringingen realisiert hat. Der Experte erläuterte, wie allein die Einrichtung des Zentrums sich auch positiv auf das Engagement der Menschen ausgewirkt hat: „Die Räume haben auch dazu geführt, dass neue Veranstaltungen durchgeführt wurden“, sagte Mack. Ähnliche Erfahrungen präsentierte auch Jürgen Lauten, der zusammen mit einem „DORV-Team“ den Bau und die Finanzierung eines Dorfzentrums mit Läden und Versammlungsräumen initiiert und umgesetzt hat. Das DORV-Zentrum ist das erste seiner Art in Baden-Württemberg und Lauten bezeichnet es als „Tante-Emma-Laden des 21. Jahrhunderts“, denn hier könnten die Menschen nicht nur einkaufen, sondern sie würden „rundum versorgt“. Dabei spielten persönlicher Kontakt und Flexibilität eine zentrale Rolle, so Lauten. 

Dr. Karl Burgmaier aus dem Ministerium Ländlicher Raum in Stuttgart, stellte die Förder­möglichkeiten für gute Projekte vor. Er verwies auf die Wirtschaftskraft: „Im ländlichen Raum wird 30 % des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet“, so Burgmaier. 
Zu einem attraktiven Lebensraum durch Nahversorgung, gehört auch Mobilität. Und auch hier wurden gute Ideen vorgestellt: So präsentierte der Bürgermeister von Oberreichenbach, Karlheinz Kistner, das Modell des „Elektro-Bürgerautos“. Damit transportiert ein ehren-amtliches Fahrerteam die Menschen im nahen Umfeld: „Das Konzept muss so einfach wie möglich sein und auch den öffentlichen Nahverkehr in der Planung berücksichtigen“, so Kistner. Aber Nahversorgung selbst, kann auch mobil gestaltet werden, wie Ortsbürger-meister Horst Hartenfels aus dem Westerwald zu berichten wusste. Er erläuterte, wie ein mobiler Markt, der zu den Bürgern kommt, funktioniert.

Der Vorsitzende des VKL, Johannes Sauter war sehr zufrieden mit dem Tagungsergebnis: „Wir wünschen uns nun viele Menschen in Dörfern und Gemeinden, die die kreativen Ideen vor Ort umsetzen und dazu die Informationen, Werkzeuge und Kontakte nutzen, die der VKL bei seinen Tagungen wie dieser immer wieder anbietet“. Kooperationspartner:  K-Punkt Ländliche Entwicklung im Kloster Heiligkreuztal, Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg, LEADER Aktionsgruppe Oberschwaben, Gemeindenetzwerk BE, Baden-Württemberg, Katholische Erwachsenenbildung

 

Erneuerung unaufschiebbar!

Delegierte befassten sich mit grundlegenden Werten

Mit dem Aufruf des Papstes zur unaufschiebbaren Erneuerung der Kirche, beschäftigten sich über 70 Delegierte und Interessierte des VKL am 30. März in Apfelbach bei Bad Mergentheim. Nach einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Gumbert mit Dekan Ulrich Skobowski, eröffnete Johannes Sauter die Versammlung mit einem Dank an die Ortsgruppe in Apfelbach, die gleichzeitig ihr 50. Jubiläum feierte. Der Bad Mergentheimer Oberbürgermeister, Udo Glatthaar, forderte die Verbandsverantwortlichen in seinem Grußwort auf, sich gemeinsam für sinnvolle Institutionen im ländlichen Raum einzusetzen. „Wir müssen uns auf die Stärken und Werte besinnen, die den ländlichen Raum auszeichnen“, so Glatthaar.

Der Festvortrag des Theologen, Betriebsseelsorgers und Politikers, Dr. Rolf Siedler aus Aalen hatte die erste Lehrschrift des Papstes „Evangelii gaudium“ zum Thema. Darin beschreibt der Papst in klaren Worten die unaufschiebbare Erneuerung der Kirche hin zu einer aktiven und glaubwürdigen Christengemeinschaft mit klarer Ausrichtung auf die Armen in der Welt. Dr. Rolf Siedler brachte den Zuhörern in einem sehr engagierten und persönlichen Vortrag die freudige Aufbruchstimmung nahe, die in dieser Schrift es Papstes steckt. Sein dringender Appell lautet: „Stellt euch an die Seite des Papstes, engagiert euch, denn die Unterstützung engagierter Christen ist dringend notwendig“.

Papier zu Kommunalwahl verabschiedet

Im Anschluss an das Mittagessen präsentierte Vorstandmitglied und Bürgermeister a.D., Klaus Köhle, ein Papier zur im Mai bevorstehenden Kommunalwahl. Darin fordert der VKL die Wähler dazu auf, die Kandidaten auf ihre Wertebasis hin zu überprüfen. „Besuchen Sie die Veranstaltungen oder veranstalten Sie selber Podiumsdiskussionen mit den Kandidaten“ zu den verschiedenen lokalen Politikfeldern und Diskussionen. Es geht darum, vor Kommunalpolitiker zu stärken und zu wählen, die auf der Basis christlicher Werte in Dörfern und Kommunen die verschiedenen Politikbereiche gestalten! „Stärken Sie engagieren Christinnen und Christen den Rücken“, so der Appell von Klaus Köhle. Das Papier wurde einstimmig verabschiedet. Darüber hinaus beschlossen die Delegierten, sich ebenfalls zum Thema „Freihandelsabkommen“ zu positionieren.

Wichtiger Bestandteil der Landvolkarbeit sind deren soziale Hilfsdienste cura familia und die landwirtschaftliche Familienberatung. In seinem Jahresbericht zum Familienpflege und Dorfhilfsdienst, cura familia, machte der Geschäftsführer diese Bereichs, Georg Halder, deutlich, dass der Verein mit über 100 Angestellten mittlerweile der größte Dienstleister für Familien- und Betriebshilfe geworden ist. Die Mitarbeiter waren 2013 in über 800 Familien aktiv. Am 10. Mai dieses Jahres feiert cura familia übrigens sein 50-jähriges Jubiläum.

Auch die Arbeit der Landwirtschaftlichen Familienberatung (LfB) wird zunehmend wichtig. So berichtete der der Leiter der Landwirtschaftlichen Familienberatung, Michael Wehinger, berichtete von mehr als rund 100 Familien, die 2013 beratend unterstützt wurden.

Josef Reisenwedel geehrt

Für sein langjähriges, großes Engagement wurde der Vorsitzende der Gruppe Apfelbach Josef Reisenwedel mit der silbernen Ehrennadel des VKL geehrt. „Ohne dich hätte das alles hier nicht stattgefunden“, sagte Johannes Sauter in seiner Laudatio. Reisenwedel, der seit Februar 1979 Landvolkmitglied ist, wurde 1991 zum zweiten und 1996 zum ersten Vorsitzenden in Apfelbach. Darüber hinaus ist er seit 2009 Dekanatsverantwortlicher.

Pünktlich gegen 16.00 Uhr endete die Delegiertenversammlung mit dem Vorsatz, die „Zumutung“, die in der ersten Lehrschrift des Papstes steckt, anzunehmen.