Über 70 Delegierte in Mühlhausen

Mehr als 70 Delegierte vom Verband Katholisches Landvolk (VKL) tagten am vergangenen Sonntag in Mühlhausen

„Internationale Zusammenarbeit ist ein echter Friedensdienst. “ Mit diesen Worten blickte der Vorsitzende des VKL, Johannes Sauter bei der Delegiertenversammlung am Sonntag, 22. März in der Sport- und Festhalle Mühlhausen, auf ein vor allem durch die internationale Arbeit geprägtes Jahr zurück. Über 70 Delegierte aus der gesamten Diözese Rottenburg-Stuttgart waren dazu ins schwäbische Oberland gekommen. Johannes Sauter dankte allen, die im April 2014 den Besuch einer argentinischen Partnergruppe nicht nur möglich, sondern unvergesslich gemacht hatten. Insgesamt sei der Verband mit seinen Diensten in der Landwirtschaft, der Landwirtschaftlichen Familienberatung (LFB) und dem Familienhilfsdienst (cura familia) sehr gut aufgestellt, so Johannes Sauter.

Das Einüben einer neuen Sichtweise oder einen „Blickwechsel“ auf Kirche und Gesellschaft forderte am Nachmittag der Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg Stuttgart, Dr. Joachim Drumm. In seinem Vortrag zum Thema „Land.Leben.Glauben“ sagte er: „Es ist wichtig, die eigene Lebenswirklichkeit besser in den Blick zu nehmen.“ Häufig werde der Begriff Kirche zu sehr vom Amt her gesehen. „Kirche bilden alle getauften und gefirmten Christen, auch die die nicht an Gottesdiensten teilnehmen oder sich ehrenamtlich engagieren“, so der Referent. Unterdiesem Blickwinkel würde für die Kirche ein großes Potential sichtbar. Wesensmerkmal der Kirche sei, dass sie eine ex-zentrische Hoffnungs- und Erinnerungsgemeinschaft ist. Ex-zentrisch meint hier - wie Drumm ausführlich erläuterte - positiv, dass die Kirche ihr Zentrum nicht in sich, sondern außerhalb ihrer selbst hat, nämlich in ihrem göttlichen Ursprung und in den Menschen zu denen sie gesandt ist. Sie ist eine Gemeinschaft, die aus Erinnerung eine Hoffnung in sich trägt, von der sie um der Hoffnungslosen willen Zeugnis zu geben hat. Dieser Blickwechsel setzt einen Gegenakzent gegen eine allzu starke Beschäftigung der Kirche mit sich selbst. Kirche ist dort bei sich selbst, wo sie Hoffnung stiftend über sich hinausweist auf Gott und wo sie sich hinwendet zu den Armen dieser Welt.
In Kirche und Ehrenamt gebe es mehr kreatives Potenzial als gemeinhin angenommen werde, so der Referent. So entwickle sich beispielsweise das Kloster Heiligkreuztal, zu einem Zentrum des Austauschs guter Ideen und neuer Konzepte für ländliche Entwicklung. Die kommunalpolitischen Themen, die dort regelmäßig erörtert würden, veränderten auch die Kirche vor Ort. Die Frage nach der Zukunft der Dörfer sei auch eine Frage von Seelsorge und damit ein Thema für die Kirche. Daher sei es „toll, dass der VKL dieser Frage nachgeht“, so Dr. Joachim Drumm in seinem offenen und engagierten Vortrag. 

„Um eine neue Sichtweise zu üben, können uns auch die Heiligen der Kirche unterstützen,“ sagte Landvolkpfarrer Paul Notz im feierlichen Eröffnungsgottesdienst. Insbesondere die Schutzpatronin der Pfarrkirche Mühlhausen, die Heilige Ottilie könne - der Legende nach -  jeden dabei unterstützen, der sie darum bitte.

Und nicht nur der Segen des Pfarrers und der Heiligen begleitete die Delegierten durch den Tag, sondern auch die Grüße und guten Wünsche von Bürgermeister Hans-Georg Maier, der Vorsitzenden der Katholischen Landfrauen, Bärbel Kräutle, dem Vizepräsidenten des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg, Gerhard Glaser und dem Bundestagsabgeordneten und Landvolkmitglied, Josef Rief. Besonders aber der Sportverein Mühlhausen trug mit einer hervorragenden Beköstigung zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Goldene Ehrennadel für Karl Stützle

Das Ehrenamt zu würdigen ist und war dem VKL immer ein großes Anliegen. So dankte der Vorstand Karl Stützle aus dem Dekanat Saulgau für seinen langjährigen Einsatz und überreichte ihm die Verdienstmedaille des VKL in Gold. Ein besonders großes Anliegen sind Karl Stützle neben anderen Themen die Hofübergabe-/Hofauflösungsseminare, die er er regemäßig organisiert und die schon vielen Betroffenen geholfen haben. Karl Stützle ist einer derjenigen, die kirchliches und gesellschaftliches Engagement miteinander verbinden und leben: Bis vor wenigen Jahren war er auch Ortsvorsteher und Kommunalpolitiker.