Ausgabe04/2013

Ausgabe04/2013

In dieser Ausgabe:

32 Radler gingen auf Familientour

Familientour 2013

Am Pfingstmontag fanden sich 17 Kinder und 15 Erwachsene in Dainbach ein, um Jagst-, Main- und Taubertal zu erradeln. Die Teilnehmer kamen aus ganz Baden-Württemberg, um sich gemeinsam auf die ca. 250 km lange Radtour zu begeben. Nach Grußworten vom OB Udo Glatthaar, er hatte die Schirmherrschaft übernommen, überbracht durch Dainbachs Ortsvorsteher Thomas Faulhaber, ging die Tour Richtung Jagsttal los.

Die erste Etappe bis Bieringen wurde trotz einiger Steigungen von allen gemeistert. Nachdem alle ihr Schlafplätze gerichtet hatten, ging es zum gemütlichen Teil über. Abendessen mit anschließender Weinprobe durch Gerhard Ringeisen, ein Teilnehmer aus Klepsau. Am nächsten Morgen stand zunächst Kloster Schöntal auf dem Programm. Nach der Mittagsrast ging es dann weiter nach Walldürn. Die Besichtigung und Informationen zum Blutschrein fanden alle interessant.Der dritte Tag wäre eigentlich die schönste Tour gewesen, doch leider machte das Wetter nicht so recht mit, aber immerhin war es trocken. Doch nur auf das Rad setzen und es nach Kloster Amorbach rollen zu lassen, machte trotzdem fast allen Spaß. Von Amorbach ging es weiter über Miltenberg am Main entlang bis Wertheim. Dort fanden wir herzliche Aufnahme in einem evangelischen Gemeindehaus. Auch die vierte Etappe bis Würzburg war nicht sonderlich anstrengend. Zum Glück schon in Würzburg angekommen, übergoss uns Petrus zum ersten - aber auch einzigen mal - mit einer kalten Dusche, so dass wir uns freuten schnell im Kolpinghaus zu sein. Am Abend bekamen wir noch Besuch von Herrn Zecher, der uns von seiner recht ungewöhnlichen Fußwallfahrt von Würzburg nach Jerusalem berichtete. Der nächst Tag machte einen sehr guten Eindruck und so stiegen wir zuerst hoch zum Käppelle um von dort den schönen Ausblick auf Würzburg zu genießen. Nach mehreren Steigungen (den letzten) kamen wir nach Wenkheim und durften dort die Synagoge besichtigen. Die letzten Kilometer bis Tauberbischofsheim waren schnell geschafft.Nun war der letzte halbe Tag da und die kurze Strecke wurde nur durch einen Abstecher in die Barockkirche von Gerlachsheim unterbrochen.

Überpünktlich kamen alle gut gelaunt und ohne Unfälle in Dainbach an. Und man verabschiedete sich voneinander, um sich in den nächsten Pfingstferien wieder irgendwo in Süddeutschland zur nächsten Familienradfahrt 2014 zu treffen.

Raus aus dem Gedankenkarussell

25 Jahre landwirtschaftliche Familienberatung (LfB) in Baden-Württemberg

Mit einer bewegenden Feier beging die landwirtschaftliche Familienberatung (LfB) in Baden Württemberg am Montag, 10. Juni in Stuttgart, ihr 25 jähriges Bestehen.

Den Beratungsdienst haben 1988 das evangelische Bauernwerk für Württemberg, die Katholische Landvolkbewegung der Erzdiözese Freiburg und der Verband Katholisches Landvolk (VKL) im Auftrag von Land und Kirche eingerichtet. Mittlerweile gibt es im Land sechs Beratungsstellen, die bereits hunderten von Familien dabei geholfen haben, neue Perspektiven zu finden. Zu den Festgästen zählten Weihbischof Dr. Johannes Kreidler, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Familie und Betrieb, Hartmut Schneider sowie der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Gerhard Glaser.

Der Vorsitzende des VKL als einer der Träger der Familienberatung, Johannes Sauter, betonte in seiner Festrede, wie sehr die LfB sich in den 25 Jahren zum festen und anerkannten Bestandteil der Beratungslandschaft in Baden-Württemberg entwickelt habe und gratulierte insbesondere den Beratern für ihre professionelle Arbeit vor Ort.

Wie im wahrsten Sinne des Wortes notwendig diese Arbeit ist, weiß kaum jemand besser, als der Leiter der LfB in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Michael Wehinger. „Wir unterstützen die Familien in verfahrenen Situationen, z.B. bei Verschuldung, Hofauf- oder übergaben, Generationenkonflikten, Erbschaftsauseinandersetzungen oder Partnerschaftsproblemen. Dabei führen wir die Menschen raus aus dem Gedankenkarussell und suchen neue Wege“, so der Berater.

 „In bäuerlichen Familien könnten betriebliche und finanzielle Probleme oft nur zusammen mit der menschlichen und familiären Situation geklärt werden“, erläuterte Landwirt und Mitglied im Vorstand des evangelischen Bauernwerkes in Württemberg, Bernd Kraft. Um effektiv helfen zu können, benötigten die Familienberater daher sowohl ein tiefes Verständnis für die Landwirtschaft und die ländliche Struktur als auch für sozial-psychologische Fragen. So ist es für Weihbischof Dr. Johannes Kreidler auch schlüssig, dass die Familienberatung innerhalb der kirchlichen Verbände organisiert ist, die hier ihre Stärken haben. „Gerade in seinen Beratungsdiensten ist und war die Kirche immer nahe an den Menschen“, so Dr. Kreidler.

Im Jahr 2012 nahmen insgesamt 375 Familien das Angebot in Anspruch. Davon haben 196 Familien den Kontakt zur jeweiligen Beratungsstelle erstmals aufgenommen. „Die Beratungen sind für alle Beteiligten immer wieder starke Herausforderungen, die weniger auf der Sachebene als auf der emotionalen und zwischenmenschlichen Ebene liegen“, sagt Michael Wehinger. Die Aufgabe der Berater sieht er nicht darin, Lösungsvorschläge zu machen. Vielmehr geht es u.a. darum, die Eigenverantwortung, befördern die Kommunikation zu verbessern und Wertschätzung füreinander zu stärken.

Abschließend stellte Ministerialrat Wolfgang Reimer in Aussicht: „Ihre Arbeit ist sehr wertvoll und wir werden alles versuchen, sie weiter zu unterstützen.“

Landvolkmitglied ausgezeichnet

Otto Rechtsteiner ist zentrale Figuar der Ehinger Alb

 

Otto Rechtsteiner, Landvolkmitglied aus Ehingen/Altstreußlingen ist am 13. Mai für sein ehrenamtliches Engagement für das Biosphärenreservat Ehinger Alb ausgezeichnet worden. Im Rahmen der Aktion "EhrenSache 2013" der Ehinger Volksbank und der Südwestpresse wurde Rechtsteiner als einer von fünf Preisträgern im großen Saal der Lindenhalle in Ehingen geehrt. Für seine Arbeit erhielt Rechtsteiner einen Scheck über 1000 Euro.

Otto Rechtsteiner hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben auf der Alb und das Biosphärengebiet in den Blickpunkt der Menschen zu rücken. Er sei eine "zentrale Figur der Ehinger Alb" und hat maßgeblich zur Entstehung des Buches "Alte Wege neu entdeckt" beigetragen, sagte der Vorstandssprecher der Ehinger Volksbank, Hans-Peter Hirling.

Father Hillary aus Uganda zu Gast in der Diözese

Von Aktion Hoffnung beeindruckt

Dass die Projekte des Landvolks in Uganda so erfolgreich sind, hat einen besonderen Grund: Intensive persönliche Kontakte. So machte sich der ugandische Caritasdirekor und Priester, Father Hillary, zwei Wochen lang Weg nach Deutschland und Österreich, um über seine Projekt zu berichten, Kontakte zu intensivieren oder neu zu knüpfen und von den deutschen und österreichischen Partnern zu erfahren, was sie bewegt in Bezug auf die Projekte in Uganda. Besonders beeindruckt zeigte sich der ugandische Partner von der Arbeit der Aktion Hoffnung, die Altkleider in Containern sammelt, um sie zu verkaufen. Das Geld kommt unter anderem den Menschen in Uganda zugute.

Erneuerbare Energien statt Risikotechnologie

VKL plädiert für nachhaltige regionale Energiekonzepte statt großflächigem Fracking

In einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden des Bundes und des Landes Baden-Württemberg, sowie an die Umweltausschüsse, hat sich der VKL dafür ausgesprochen, die Fracking Technologie zur Erdgasförderung in Deutschland vorerst zu stoppen, solange die Risiken nicht gründlich erforscht sind und sichergestellt ist, dass das Verfahren technisch beherrschbar ist.

Mit der Fracking-Technologie kann Erdgas aus Schiefergestein oder Kohleflözen erschlossen werden. Nach Schätzungen ließen sich in Deutschland rund 1,3 Billionen Kubikmeter Erdgas fördern. Das würde den Bedarf für 13 Jahre decken. Bislang fehle jedoch eine fundierte und abschließende Beurteilung der Risiken. So gebe es bislang noch keine systematische Erfassung über Art, Menge, Verhalten und Verbleib der eingesetzten Stoffe und keine gezielte, systematische Überwachung der Umweltwirkungen.

 „Fossile Energieträger verstärkt abzubauen und zu nutzen heißt, mehr CO2 in der Atmosphäre und damit auch stärkeren Klimawandel. Dies ist für uns, besonders aber für die gravierend betroffenen Entwicklungsländer, nicht zu verantworten.“, sagt der Vorsitzende des VKL, Johannes Sauter.

Die Möglichkeit, mit Hilfe von Fracking Gas aus unkonventionellen Lager-stätten zu fördern, sollte künftigen Generationen als Notreserve überlassen werden. Im Rahmen der Energiewende sei es derzeit nicht erforderlich, diese Reserven anzugreifen. Mit einem bundesweiten Moratorium könnte die Zeit genutzt werden, Erkenntnislücken zu schließen. Sollte sich dann zeigen, dass Fracking ohne Gefahren für Umwelt und Gesundheit eingesetzt werden kann und noch Bedarf für die Erdgasreserven besteht, könnte über eine Zulassung erneut nachgedacht werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt seien drei Strategien wichtig: Erstens das Energiesparen, zweitens die Steigerung der Energieeffizienz und drittens der Ausbau regenerativer Energiequellen aus Sonnenenergie, Energie aus Grünmasse und/oder Holz, Windenergie und Wasserenergie.

„Allein in Baden-Württemberg gibt es genügend Beispiele für die regionale und nachhaltige Energieproduktion, die Schule machen könnten“, so Johannes Sauter. Der VKL veranstaltet in regelmäßigen Abständen Tagungen, welche die dezentrale regionale Energieversorgung thematisieren.