Ausgabe02/2013

Ausgabe02/2013

In dieser Ausgabe:

Argentinien: Ohne Arbeit keine Würde

Persönliche Eindrücke der Projektreise nach Argentinien von Wolfgang Schleicher, Conny Branz, Roland Miola und Johannes Sauter

„Pronto, pronto, vamos! Schnell, schnell, wir müssen weiter!“ So klang es häufig in unseren Ohren, als wir in der Projektregion in Argentinien im Halbstundentakt Projektbeteiligten trafen, die stolz ihre Aktivitäten präsentierten. Argentinien ist groß, die Projektregion ist groß, das Projekt ist groß. 950 Familien nehmen teil in einem Gebiet von ca. 80 km mal 200 km in der Provinz Entre Rios rund um die Stadt La Paz. Natürlich konnten wir nicht alles sehen. Doch manchmal hatten wir auch länger Zeit. Eine Mittagspause von zwei bis drei Stunden muss schon sein. Bei den Gruppen vor Ort war dies oft mit einem Festmahl verbunden.

„Reisen ist tödlich für Vorurteile“, sagte Mark Twain einmal. Ich weiß nicht, ob ich mit Vorurteilen nach Argentinien geflogen bin. Aber einige Vorstellungen hatte ich doch im Gepäck und wurde eines besseren belehrt. Da sind zum einen die Entfernungen im Projektgebiet, die man sich kaum vorstellen kann, wenn man nicht täglich mit dem Kleinbus unterwegs ist, über der Bundesstraßen bis hin zu Erdwegen. Da ist zum anderen die Begeisterung in den Augen der Projektbeteiligten, die Hoffnung zeigen, die Feuer gefangen haben. Die vielen runden Tische im Projekt zeigen Wirkung. Da sind die Gespräche mit den vielen Organisationen, die das Projekt unterstützen: angefangen von der Caritas, über verschiedene Ministerien, Kommunen, einem Arbeitgeberverband, der staatlichen Landwirtschaftsberatung INTA um nur einige zu nennen. Der Projektansatz der Beteiligung aller, der vielen Gespräche, des gemeinsamen Lernens, Anbauens und Vermarktens greift. Die Projektleiter wissen genau was sie wann tun. Sie haben dieses gigantische Kommunikationsprojekt im Griff. Besonders Frauen und Jugendliche profitieren vom Projekt. Dabei ist es egal ob der Hof zuhause 1,5 ha oder 1000 ha umfasst. Wir haben beides gesehen.

Die runden Tische zeigen auch in anderer Hinsicht Wirkung: man lernt sich kennen, vertraut sich, lernt voneinander, hilft sich. Soziales Wirtschaften nennen sie auch dieses Projekt das den offiziellen Namen Ruta 12/127 trägt. Vor allem entlang dieser großen Straßen werden künftig die erzeugten Produkte verkauft: von selbst hergestellten Taschenmessern, über Bastelwaren und Wollerzeugnissen bis hin zu Feldprodukten und selbsterzeugten Lebensmitteln wie Käse, Konserven, Marmelade aber auch leckere Empanadas, frei übersetzt „argentinische Maultaschen“.

Auch die beiden Projektfahrzeuge, mit denen erzeugte Produkte transportiert werden und die wir mitfinanzieren, wurden stolz vorgeführt: Ein Kastenwagen, schön beklebt mit dem Logo des Projekts und der Partner sowie der funkelnagelneue Mercedes-LKW, der schwere Produkte wie Zitrusfrüchte transportieren wird.

Wir dürfen ruhig ein wenig stolz darauf sein, dieses Projekt zu fördern, ein Projekt das derart professionell geführt wird, sehr zielgerichtet ist, eine sehr hohe Beteiligung zulässt und zudem transparent ist. Wer mehr wissen möchte, den besuchen wir auch gerne vor Ort mit einem Film über das Projekt, mit Bildern, Eindrücken und Gesprächen. Kontaktieren Sie uns!

Wolfgang Schleicher

 

„Muchas gracias“ – Weitere Eindrücke aus Argentinien

Kurz vor Weihnachten 2012 kehrten Präses Paul Notz, Conny Branz, Norbert Miola, Georg Gödecke mit Frau, Klaus Köhle und Wolfgang Schleicher begeistert und mit einem von Herzen kommenden „Muchas gracias“ (Vielen Dank!) aus Argentinien zurück. Bei dieser Reise haben sie sich überzeugen lassen, dass die Zusammenarbeit mit den argentinischen Freunden weitergehen muss. Sie lernten ein großes Land mit vielen kleinen Baustellen und mit vielen jungen, engagierten und leistungsbereiten Menschen kennen. Hier einige ihrer Eindrücke.

Was war Ihr nachhaltigster Eindruck am Ende der Reise? 

Conny Branz: Mit vielen kleinen Broten kann man bei vielen Menschen physisch und psychisch unterstützen und fördern. Wenn jeder bereit ist zu geben was für ihn möglich ist, kann das beim Anderen einen Funken von Zuversicht und Hoffnung erzeugen. 

Roland Miola: Die Menschen haben mich am meisten beeindruckt. Sie waren zum Teil sehr arm- strahlten dennoch Freude und Wärme aus. Sie nahmen positiv wahr, dass wir uns für sie interessierten und ihre Arbeit würdigten. Ihre Gastfreundschaft kam von "Herzen"

Johannes Sauter: Tief beeindruckt war ich von der Gastfreundschaft und von der Größe und Weite des Landes.

 

Was macht das Projekt interessant / einzigartig?

Conny Branz: .Die großartige Zusammenarbeit und die vielen runden Tische mit dem Blick in Richtung Asencio und der Fortschritt, der überall spürbar ist.

Roland Miola: Die Projekte fördern eine eigene Identität der Landbevölkerung und schaffen ein konstruktives Miteinander, dass sich auch wirtschaftlich für sie bemerkbar macht.
Unabhängig davon werden Frauen nicht so "gleichberechtigt" behandelt wie bei uns. Für deren Persönlichkeit ist die Arbeit enorm wichtig; auch für ihrer Stellung in der Familie. Einzigartig ist auch die Tatsache, dass die Projekte von so vielen Organisationen und dem dortigen Staat getragen werden.

Johannes Sauter: An dem Projekt sind viele verschiedene Organisationen beteiligt, um koordiniert unterstützen zu können. Es wird in Gruppen/runden Tischen gearbeitet und gemeinsam z.B. Verkaufsständeerrichtet oder Wolle verarbeitet

 Was können wir von den Menschen dort lernen?

Conny Branz: Das Aushalten und Zusammenarbeiten von und in großen Lebensaufgaben.

Roland Miola: Armut heißt nicht mit dem Leben unzufrieden zu sein. Dennoch war jedem bewusst, dass Änderungen eigenes Engagement und Initiative voraussetzen. Eine Frau sagte treffend: "Gebt dem Mensch eine Angel- aber keinen Fisch".

Johannes Sauter: Ich möchte einige Beispiele nennen: Einem Imker ist es erfolgreich gelungen mit Bienen den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Dankbar stiftete er mehrere Völker, die er mit den Schülern betreut an die örtliche Schule und unterrichtet dort in Bienenkunde.
Eine Familie hat ein Großteil der Obsternte durch Spätfröste verloren. Sie klagte nicht, sondern blickte voll Hoffnung auf das nächste Jahr.
Mit einer Indio-Ordensschwester sprachen wir darüber, ob die Missionierung Argentiniens richtig war. Sie sagte, dass Sie froh sei von der Güte Gottes und von Jesus erfahren zu haben. Würden wir auch so über unseren Glauben reden?

 Brauchen die Menschen weiter Hilfe und warum?

Conny Branz: Sie werden auch zukünftig auf die Hilfe angewiesen sein. Wir haben erfahren, dass die Projekte in diesem Land noch viele Möglichkeiten bieten, also wollen wir doch weitermachen!

Roland Miola: Argentinien ist kein Entwicklungsland mehr nach unserer Definition, aber die Projekte sollten einen sinnvollen Abschluss haben und selbständig weitergeführt werden können. Nachzuweisen wäre dazu ein Zwischenergebnis und die geplanten Fortführungsinhalte.

Johannes Sauter: Die Lebensverhältnisse in Argentinien sind für viele Menschen nicht so, dass wir uns ruhig zurücklehnen können. Die Menschen haben auch oft schlechte Startmöglichkeiten, dazu gehören schlechte Ausbildungsmöglichkeiten und oft keine Arbeit.

Delegiertenversammlung: Herzliche Einladung am 17.3

Eine Bilanz von Vorstandsmitglied Ulrike Nowak

Herzlich laden wir alle Mitglieder und Freunde des Landvolks zur diesjährigen Delegiertenversammlung am 17. März nach Unterschwarzach bei Bad Wurzach ein. Schwerpunktthemen sind die Eine-Welt-Arbeit sowie die Arbeit der Landwirtschaftlichen Familienberatung. Anlass hierfür sind die Argentinienreise einiger Vorstandsmitglieder und das 25-jährige Jubiläum der Landwirtschaftlichen Familienberatung. Darüber hinaus stehen auch wieder Vorstandswahlen an. Wir freuen uns auf Sie in der Heimatgemeinde von Präses Paul Notz. Stellen Sie die Weichen mit!

Ulirike Nowak zieht Bilanz:
Nach dreijähriger Vorstandsarbeit scheidet Ulrike Nowak aus dem Vorstand aus. Hier ihre Bilanz der Arbeit.

Als besonders auffallend empfinde ich die herzliche Atmosphäre, in der die regelmäßigen Vorstandssitzungen stattfinden und auch die nette Art aller Mitarbeiter im Verband Katholisches Landvolk. Ich schätze sehr, dass mittlerweile verstärkt auch öffentlich Stellung genommen wird zu aktuellen Gesprächsthemen wie beispielsweise Bioenergie. Als herausragendes Ereignis wäre sicher die Reise nach Argentinien zu nennen. Leider konnte ich daran - anders als geplant - aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Für mich ist deshalb ein anderes Ereignis entscheidend gewesen: Der neue Internetauftritt. Ich denke, mit der wirklich gelungenen Seite hat der Verband einen großen Schritt in Sachen Öffentlichkeitsarbeit gemacht.

Die Themen "Bürgernahe Kommunalpolitik" und "Seelsorgeeinheiten" sind wichtige Aspekte unserer Arbeit in den vergangenen drei Jahren gewesen. Es zeigt, wie sich der Verband verstärkt für das direkte Leben vor Ort interessiert und einsetzt. Der VKL könnte sich aus meiner Sicht noch verstärkt in aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse einmischen und Stellung beziehen. Aber auch hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt.

Für mich persönlich ist es sehr schade nun auszuscheiden, aber ich habe mich dazu entschlossen, nicht mehr zu kandidieren. Aus beruflichen Gründen ist es für mich manchmal einfach sehr schwierig, an den Vorstandssitzungen in Stuttgart teilzunehmen. Da ich mir aber vorgenommen habe, eine übernommene Aufgabe mit Herz und Seele und mit allem nötigen Engagement auszuüben, fällt es mir zunehmend schwer, nicht an Sitzungen teilzunehmen. Deshalb möchte ich einem anderen engagierten Mitglied die Möglichkeit geben, sich in der Vorstandsarbeit einzubringen. Selbstverständlich werde ich dem Verband treu bleiben und den Vorstand, wenn gewünscht, in Sachen Öffentlichkeitsarbeit o.ä. weiter unterstützen.

Mit Papa ins Abenteuer

Herzliche Einladung zum Väter-Kinder-Wochenende

Vom 28.06.2013 bis 30.06.2013 ist es wieder soweit. Unter dem Motto „mit Papa raus und Mama bleibt zu Haus“, geht es ins Abendteuer in Wemding am Waldsee. Das Wochenende in der Natur nur mit Papa lassen sich mittlerweile viele Familien nicht mehr entgehen. Denn an diesem beliebten Wochenende mit Papa auf dem Campingplatz lässt sich immer was erleben. Es ist ein kleines Abenteuer in der Natur. Dazu gehören Ausflüge ins Unterholz, Schwimmen im Wemdinger See, Würstchen braten am Stock, Lagerfeuerromantik und Gesprächsrunden. Für all das bietet der Campingplatz am Wemdinger See das ideale Umfeld.

Väterrunden mit ihren eigenen Themen bieten Raum für den Austausch, während die Kinder bestens betreut sind. Wir freuen uns auf viele Väter und Kinder, die mit uns nicht nur das Abenteuer suchen. Start ist Freitag, der 28. Juni um 18.00 Uhr. Die Leitung übernehmen Albert Berger, Michael Deml, Joachim Zietlow und Wolfgang Schleicher. Für Erwachsene kostet das Abenteuer € 85,- und für Kinder € 40,- drittes und weitere Kinder frei.
Landvolkmitglieder erhalten € 20,- Ermäßigung für die Familie. Da die Teilnahme begrenzt ist, ist eine Anmeldung bis zum 4.06.2013 notwendig.

 

Landvolkbegegnungstage in Bad Mergentheim

Dieses Jahr wird es zwei Landvolkbegegnungstage geben. Am 20. und 21. Juli laden wir Sie dazu herzlich ein nach Bad Mergentheim. Auf dem Programm steht viel Kultur mit den Bildern von Sieger Köder, dem berühmten Stuppacher Madonnenbild und einer Stadtführung in Bad Mergentheim. Der traditionelle Gottesdienst wird ein Waldgottesdienst in der Nähe von Stuppach werden. Aber wie immer wird es auch herzlich, gemütlich und gesellig. Zum geselligen Programm gehört eine Weinprobe in Markelsheim. Wie immer lohnt es sich also, zu kommen. Wir freuen uns auf Sie!