Augabe 03/2012

Augabe 03/2012

In dieser Ausgabe:

Der Mensch ist der Weg der Kirche

VKL verabschiedet Positionspapier und ehrt außergewöhnlich engagierte Mitglieder

Rund 90 Delegierte und Freunde des VKL waren am Sonntag, den 25. März bei schönstem Wetter nach Berg bei Ravensburg zur Delegiertenversammlung gekommen. Den ausführlichen Bericht über den Tag lesen Sie in den weißen Seiten dieser Ausgabe.

Positionspapier verabschiedet

„Der Mensch ist der Weg der Kirche“. So lautete der Titel des VKL Positionspapiers, das im Rahmen der Diözesanversammlung mit großer Mehrheit angenommen wurde. Um den seelsorgerlichen Veränderungen und Herausforderung der Gemeinden im ländlichen Raum konstruktiv zu begegnen, hat der VKL die AG Seelsorgeeinheit eingerichtet. Sie hat die Ideen und Vorstellungen und auch die Aufgaben des VKL zur heutigen Pastoral gebündelt und auf Papier gebracht. Es beginnt mit der Feststellung, dass es insbesondere die Gläubigen selbst sind, denen die meisten Aufgaben in den Gemeinden zukommen. Sie übernehmen Verantwortung und können von unten her viele Dinge mit aufbauen und tragen. Auch den Kirchengemeinder­äten kommen neben verwaltungs- und baurechtlichen Themen auch im seelsorgerischen Bereich zahlreiche Aufgaben zu, für die sie den nötigen Freiraum brauchen. Die Hauptaufgaben des Pfarrers werden in Seelsorge und Liturgie gesehen. Nach dieser Bestandsaufnahme wird eines deutlich: Die Strukturen müssen sich ändern, damit Vertrauen, Kommunikation und Zusammenarbeit für eine lebendige Kirche gestärkt werden kann. Das vollständige Papier kann bei der Diözesanstelle bestellt werden.

Außergewöhnlich engagierte Mitglieder geehrt

Paul Wieland und Wilhelm Widder wurde für ihr außerordentliches Engagement für den VKL geehrt. Der 84- jährige Paul Wieland aus Weingarten ist Gründungsmitglied des VKL. Wieland war als Einzelmitglied in Ravensburg auf vielen Ebenen aktiv, sein Rat immer geschätzt. Den langjährigen Kreisverantwortlichen und  begeisterten Heilig-Blut-Reiter zeichnet sein großer Idealismus aus.

Der 80-jährige Wilhelm Widder war 1961 Gründungsmitglied der Gruppe Kappel und fungierte über Jahrzehnte als deren Kassierer und Dekanatsverantwortlicher. Widder hat sich sehr engagiert für das Landvolk eingesetzt. So hat er die Tageswallfahrt der Dekanate Ravensburg und Friedrichhafen nach Flüeli in der Schweiz ins Leben gerufen.

„Alles beginnt mit der Sehnsucht“

Tagung zum Thema Lebensqualität durch Nähe mit über 100 Teilnehmern in Heiligkreuztal

Ist es möglich, Dörfer und Gemeinden, denen es an Zukunftsperspektiven mangelt, die zu Schlafdörfern werden, deren Einwohner sich nicht mit ihrer Heimat identifizieren, deren Häuser verfallen in l(i)ebenswerte Lebensmittelpunkte für die Menschen vor Ort zu verwandeln? Ein klares „Ja“ stand am Ende der Tagung „Lebensqualität durch Nähe“ am13. März im Kloster Heiligkreuztal mit über 100 Teilnehmern, darunter zahlreiche Bürgermeister und Gemeindeverantwortliche. Der VKL hatte die Tagung zusammen mit der Leader Aktionsgruppe Oberschwaben organisiert. Johannes Sauter, stellte in seiner Begrüßung zwei Fragen in den Raum, die im Laufe der Tagung geklärt werden sollten: Was ist zentral für die Projekte, die Lebensqualität durch Nähe schaffen? Und: Was genau macht eine Gemeinde zu einem Ort mit Lebensqualität?

Der engagierte Bürgermeister a.D. der Gemeinde Steinbach in Österreich und Begründer der Initiative SPES (Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen), Karl Sieghartsleitner gab überzeugende Antworten. „Alles beginnt mit der Sehnsucht“, sagte der engagierte Mann. Um aus dieser Sehnsucht Realität werden zu lassen, erläuterte Sieghartsleitner, sei es wichtig, sie in Worte oder Bilder zu fassen, sie zu einem Leitbild zu machen. Nicht jeder sei aber gleich begeistert über neue Ideen. „Ruhe in der Politik kann bis zur Totenstille gehen“, so der visionäre Referent. Sein Rat: „Gehen Sie kleine und wenn nötig noch kleinere Schritte.“
Einer Meinung ist Sieghartsleitner mit einem weiteren visionären Akteur in Sachen Lebensqualität durch Nähe: Mit Michael Pelzer, dem Bürgermeister der bayerischen Gemeinde Weyarn. „Einer der schlechtesten Ratgeber für eine erfolgreiches bürgerliches Engagement ist Angst“, erläuterte Pelzer. Angst voreinander oder vor einer ungewissen Zukunft lasse oft an alten Mustern und Herangehensweisen festhalten, die leicht in die Spirale nach unten führen könnten. Ein klares Leitbild sei eine wichtige Voraussetzung für ein angstfreies Klima, erläuterte Pelzer. Zu einem Leitbild zu finden, benötige man zunächst eine Bestandsaufnahme, die - so waren sich beide Referenten einig - sehr viel Geduld erforderlich machen könne. Was dann in den einzelnen Gemeinden passiere, sei individuell verschieden. Möglich sind zum Beispiel Tauschbörsen, Zeitbanken, Kulturveranstaltungen, Energiekonzepte für regenerative Energie, Geschichtsaufarbeitung oder Einrichtungen für Menschen, die im Alter vor Ort bleiben möchten. „Es ist schier unglaublich, was die Menschen in den Dörfern auf die Beine stellen können, wenn sie einmal begeistert bei der Sache sind“, so Pelzer. „Wir sollten sie nur immer wieder und immer neu aus ihren Thuja-Hecken hervorlocken“, so Michael Pelzer, der es versteht Menschen für Ideen zu begeistern. Wirtschaftliche Chancen sieht Pelzer im Bereich Energieversorgung: Hier können Gemeinen innovativ sein, und Ressourcen und Geld einsparen. Darüber hinaus kann der ländliche Raum sich zum dezentralen Energielieferanten der Ballungsräume machen
Diese finanzielle Seite zu betrachten, war ebenfalls Teil der Tagung. Eine 1,5 bis zweijährige Projektbegleitung durch SPES in Dörfern und Gemeinden kostet etwa 15.000 bis 20.000 Euro. Dafür kann es allerdings Unterstützung durch EU-Gelder geben, wie der Geschäfts­führer der Leader Aktionsgruppe Oberschwaben Emmanuel Frank erläuterte (Leader: Entwicklungsinitiative zur Förderung innovativer Projekte im ländlichen Raum).
Den stimmigen Abschluss der Veranstaltung bildete der Segen des geistlichen Leiters des Klosters Heiligkreuztal, Heinrich-Maria Burkard.

Mitgliesbeiträge absetzbar

Aufgrund von Nachfragen möchten wir darauf hinweisen, dass die Mitgliedsbeiträge für den VKL steuerlich absetzbar sind, da der Verband als gemeinnützig anerkannt ist. Zum Nachweis an das Finanzamt reicht eine Kopie Ihres Kontoauszugs mit der Abbuchung des Mitgliedsbeitrags.

 

Geburtstagskinder

Es gibt wohl nichts, was sich im Laufe

der Zeit nicht mindestens einmal

jährt und so Anlass zum Feiern bietet.

Ganz besonders sind es aber die

Geburtstage mit den runden Glanzpunkten.

Wir gratulieren herzlich!

85. Geburtstag: Vinzenz Christ, Steinhausen

· Erwin Beck, Altkrautheim · Wilhelm

Rinderer, Ravensburg · Josef Hoegerle,

Goppertshofen · Josef Munz, Waldmössingen

· Paul Wieland, Weingarten

80. Geburtstag: Adolf Schumm, Löffelstelzen

· Alois Rehrauer, Altkrautheim

· Franz Hildebrand, Ravensburg

· Paul Bopp, Wachbach

75. Geburtstag: Franz Schmitt, Mulfingen

· Maria Halder, Ravensburg · Georg Erath,

Unterankenreute · Anton Hagen, Zußdorf

70. Geburtstag: Hildegard Keilbach,

Oberkessach · Wilhelm Schmeh, Ravensburg

· Magdalena Ried, Obermarchtal

65. Geburtstag: Manfred Brielmaier, Meckenbeuren

· Alois Kidritsch, Horgenzell

60. Geburtstag: Elisabeth Schleicher,

Schelklingen

50. Geburtstag: Roland Miola, Fichtenberg